Was mache ich eigentlich in Mexiko: Meine Arbeit

Meine Arbeit im Moment besteht aus zwei verschiedenen Projekten in zwei Organisationen: Centro Juvenil Promocion Integral A.C., kurz CEJUV, und Opcion Mexico. CEJUV ist mein eigentlicher Arbeitgeber und weitaus größer als Opcion, die Büros sind im selben Gebäude und die beiden Organisationen arbeiten zusammen.
Beide Projekte sind Projekte zur Drogenprävention, die Idee: Prävention und Vorbeugung von Drogensucht ist weitaus einfacher, kostengünstiger und sinnvoller als später aus Drogen entstandene Probleme zu lösen. Kurz: Besser an der Ursache als an den Symptomen arbeiten!
Unsere Arbeit: Werte vermitteln,  Alternativen aufzeigen, über die Problematik reden

Die Arbei bei Opcion

Das Projekt in Opcion findet dreimal in der Woche in zwei Vierteln statt, Mittwochabends für 2 Stunden in Poder Popular, Freitagabends zwei Stunden in Plateros, und Samstagnachmittags für 4 Stunden in beiden Vierteln.

Anfangs sind wir immer zu den selben Zeiten in diese Viertel gegangen und haben Aktivitäten mit Jonglieren, Kinderliedern und Kinderspielen gemacht … jedoch ohne ein einziges Kind. Das diente dazu, dass uns die Leute im den Vierteln wahrnahmen, und nach und nach kamen dann wirklich immer mehr Kinder. Inzischen wissen die Kinder, wann wir da sind, und es kommen fast immer die selben und freuen sich, dass wir uns mit ihnen beschäftigen.

Mittwochs und Freitags zeigen wir zudem Kurzfilme mit unserem mitgebrachten Projektor, ausgestrahlt auf einer Decke, einer Häußerwand oder einem kleinem Versammlungsraum, der Strom wird uns von hilfsbereiten Nachbarn zur Verfügung gestellt. Die Filme vermitteln immer bestimmte Werte und machen auf Themen aufmerksam wie Umwelt, Rechte von Kindern, Zusammenleben von Menschen oder Grundwerte. Mit kleinen Spielen schließen wir anschließend ab und reden mit den Kindern, was ihnen an den Kurzfilmen gefallen hat, was sie daraus lernen können und wie man das Gesehene auf ihr alltägliches Leben übertragen kann. Und in der darauffolgenden Woche sind die Kinder bereits auf neue Geschichten und Figuren im improvisierten “ Kinosaal“ gespannt…

Vor Kurzem haben wir außerdem in Poder Popular ein Penacho-Turnier veranstaltet.Penacho, das ist im Grunde wie Basketball oder Handball, zwei Teams versuchen, den Ball auf der jeweils anderen Spielfeldseite gegen einen Pfosten zu schlagen, das kann ein Baum, eine Laterne oder aneinandergeklebte Holzstöcke sein. Man dribbelt, passt sich den Ball und sollte versuchen, möglichst mit seinem Team zusammenzuarbeiten. Als Preise gab es für die Gewinner Diabolos, für die anderen Teams Jonglierbälle. Nach einigen spannenden und anstrengenden Runden standen Lalo, Brandon und David als Gewinner fest, und für die Kamera wurden anschließend sogar einige Freudentränen glaubhaft inszeniert…

Nach dem Turnier haben wir das übrige Crepepapier auf der Wiese ausgebreitet und die Kinder malten Sachen, die ihnen Spaß machen und gefallen. Eine halbe Stunde später verzierten Schildkröten, Haie, Vögel und Kinder in Siegerposen mit Diabolos das braune Papier in verschiedenen Farben. Und als wir uns eine halbe Stunde danach auf den Weg nach Plateros machten, um dort mit unseren Aktivitäten weiterzumachen, hinterließen wir ein paar erschöpfte, gut gelaunte und zum Abschied winkende Kinder.

Meine Arbeit in CEJUV


In Cejuv fing vor einigen Wochen ein neues Projekt in 15 Prepas, der deutschen Oberstufe entsprechend, in den verschiedensten Stadtbezirken statt. Manche liegen im Süden nahe der schwimmenden Gärten in Xochimilco, andere im Norden. Gemeinsam haben sie fast alle, dass die Anreise sehr lange dauert, seien es zwei komplette Metrolinien oder eine Busfahrt über Periferico für gut eineinhalb Stunden.

An den Prepas veranstalten wir Videopräsentationen, Videoworkshops und Konzerte.

Die gezeigten Videos behandeln alle die Thematik von Sucht und Drogenauswirkungen und wir strahlen sie in zwei Blöcken aus, zwischen welchen wir mit den „chavos“ über die Thematik reden: Was denkt ihr, wo beginnt eine Sucht, von was kann man süchtig werden, wie kann man sie verhindern, welche Rolle spielen Freunde, Familie, soziale Netze?

In den Videoworkshops geben wir Jugendlichen die Möglichkeit, mit den von uns mitgebrachten Kameras Videos ihrer Wahl aufzunehmen und anschließend Preise zu gewinnen. Dazu gehen wir ebefalls an Prepas, sprechen Jugendliche an und ermuntern sie zur Teilnahme. Gewonnen haben an der einen Prepa eine Gruppe, die ein Video im Stil von „Paranormal Activities“ über übernatürliche Erscheinungen an ihrer Schule gedreht haben, alles in allem ein wirklich gelungenes Video.

Die Konzerte finden ebenfalls an den Prepas statt, entweder in den Auditorios oder auf dem Hof.  Miguel, der Direktor von Cejuv und gleichzeitig mein Gastvater, spielt auf der Gitarre und singt dazu. Sobald die Musik anfängt, kommen immer mehr Jugendliche hinzu, die sich dann Lieder aussuchen können und von Miguel zum Mitsingen ermuntert werden. Währenddessen fange ich zu malen an und meistens kommen dann ebenfalls Interessierte, die sich Blatt und Farben leihen und ebenfalls malen. Das Ganze dient dazu, den Jugendlichen Möglichkeiten aufzuzeigen, sich in der Freizeit zu beschäftigen und auszudrücken, sie zu animieren sich kreativ nach ihrem Geschmack zu engagieren. Bei den Konzerten sind meist um die 30 bis 45 Jugendliche, die interessiert der Musik folgen, mit uns reden uns sich nach unserer Arbeit erkundigen.

Ich hoffe, ich habe einen einigermaßen guten Überblick über meine derzeitigen Tätigkeiten vermittelt.

Bis zum nächsten Blogeintrag und Danke für das Interesse
Samuel


3 Gedanken zu Was mache ich eigentlich in Mexiko: Meine Arbeit

  • …danke für die gute beschreibung…mensch, das ist echt eine tolle erfahrung die du da machst! ich bin sehr, sehr stolz auf dich!!!

  • Danke für den Eintrag, so kann man sich sehr gut vorstellen was Du da so machst….eine interessante Erfahrung für Dich…

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