Ein schöner Tag am Strand und auf einmal war der Tag nicht mehr so schön…

Das Wochenende ist ziemlich doof gelaufen… Für mich ist das Wochenende sowieso nur noch Samstag und Sonntag. In Deutschland war es auch immer noch Freitag, aber da ich bis 18h Schule habe, kann ich Samstag Abend wenig machen.
Ich bin im Moment etwas erkältet (ja trotz der 35°C täglich!) und am Samstag war ich mit meinen Gastschwestern alleine und sie haben mich ziemlich genervt, da ich ihnen im Haushalt helfen sollte, womit ich kein Problem habe, aber vor allem meine eine Schwester hat es scheinbar sehr genossen mich herumzukommandieren zu können. Nachdem auch der Tag mit viel Fernsehen überstanden war, habe ich mich am Sonntag mit zwei anderen Austauschschülern getroffen. Wir waren mal wieder im Shoppingcenter und wollten dann eigentlich zu einem Park fahren, wo man Fahrräder mieten kann und auf einem See mit Tretbooten herumschippern kann. Aber da keiner von uns so richtig wusste, wie wir dorthin kommen, haben wir uns entschieden zum Strand zu fahren.

Natürlich hatten wir alle unsere Taschen mit und sind dann am Wasser entlanggelaufen. Auf einmal reißt ein Typ an meiner Tasche, die ich allerdings umgehängt hatte, aber er hat nicht losgelassen. Ich hab mich aus Reflex verteidigt, und bin auf dem Boden gefallen. Die Neuseeländerin hat irgendwann geschrien ich solle loslassen, was ich dann auch tat, da er nicht alleine war und wir auch nicht wussten, ob er nicht vielleicht auch bewaffnet war. Um uns herum standen viele Leute, aber interessiert hat das natürlich keinen. Ich ärgere mich natürlich, aber das Ding ist, ich wusste von Anfang an, dass mir das irgendwann passiert. Dass es an einem gut gefüllten Strand am heiligten Tag passieren würde, habe ich mich jedoch nicht träumen lassen. Zumindest nicht auf diese aggressive Weise. In meiner Tasche waren gut 100 Reais, das sind ca. 45€, meine Kamera (immerhin hatte ich so gut wie alle Bilder bereits auf meinem Laptop), mein Handy, mein IPod, meine Kreditkarte, mein Perso und mein Wörterbuch (ärgerlich, denn das brauche ich schon noch ab und zu). Die Tasche an sich ist mir auch sehr wichtig, ganz abgesehen von dem Inhalt. Letztendlich war es natürlich nicht ganz so schlau mit so vielen Wertsachen an den Strand zu gehen, aber Handy und Kamera hab ich eh immer dabei. Aber alles ist ersetzbar, nur ich nicht. Ich hatte in gewisser Weise Glück im Unglück, da ich immer einen Zettel mit der Telefonnummer meiner Gastfamilie dabei hatte und eine Frau meine Tasche gefunden hat und angerufen hat, d.h. ich krieg zumindest die Tasche, meinen Perso und vielleicht auch mein Wörterbuch wieder.

Das ist alles natürlich doof gelaufen, aber wie gesagt, es war mir klar, dass der Tag früher oder später kommen würde. Die Australierin wurde schon drei Mal überfallen: einmal wurde ihr ihre Kette vom Hals gerissen, einmal die Tasche geklaut (sie saß au einer Treppe mit einer Freundin und die Tasche war zwischen ihnen und auf einmal war sie weg) und das ditte Mal wurde sie auf einem Supermarktparkplatz mit deiner Pistole bedroht. Das klingt jetzt alles so, als würde ich hier sooooo gefährlich leben, aber das stimmt eigentlich nicht. Klar gibt es Orte, wo man sich nicht aufhalten sollte, aber z.B. sagen viele Austauschschüler, dass sie nicht mit dem Bus fahren dürfen, weil das so gefährlich ist. Ich fahre nur mit dem Bus, mir bleibt gar nichts anderes übrig und ich konnte sogar im Bus problemlos Musik hören.

Das ist wieder einer der Gegensätze der Brasilianer: Einerseits sind alle total freundlich (wenn der Bus wieder überfüllt ist nehmen dir fremde Leute, die sitzen, deine Tasche ab und generell sind alle immer sehr hilfsbereit) und andererseits ist die Kriminalitätsrate sehr hoch. Trotz des Überfalls werde ich natürlich meine Zeit hier weiter genießen, aber ich habe natürlich auch daraus gelernt.

Allgemein ist hier sonst alles normal… Ich habe diese Woche wieder so eine Testwoche und am Freitag habe ich Sommerferien bis Anfang Februar. Das ist sehr sehr lange… Aber wenn ich bedenke, dass ich in der Zeit noch viel machen will mit anderen Austauschschülern, wie z.B. in den Zoo gehen oder nochmal das Historische Zentrum und Museen besuchen will und mich Anfang Dezember wahrscheinlich Anna nochmal besucht. Und dann ist Weihnachten, dann Silvester und am 11.01.2012 fliege ich nach Sao Paulo zu meiner Gastschwester, die ein Jahr bei uns in Deutschland gelebt hat und dann Ende Januar weiter nach Rio de Janeiro und dann habe ich schon wieder Schule. Dann habe ich morgens Unterricht und kann Nachmittags noch etwas unternehmen. Und dann sind es nur noch 4,5 Monate bis ich wiederkomme… Die Zeit vergeht so schnell!

Mir erscheint es so suspekt, dass bald Weihnachten ist. Hier sind es immer um die 35°C und es wird noch heißer. Wie kann es da sein, dass bald Weihnachten ist? In den Shoppingcentern ist schon die mega Weihnachtsdeko mit riesigen Tannenbäumen und Fakeschnee und man hört die ganze Weihnachtsmusik. Ich war nie ein besonders großer Weihnachtsfan, deswegen nervt mich das alles etwas… Aber ich bin gespannt, wie Weihnachten hier sein wird!


Ein Gedanke zu Ein schöner Tag am Strand und auf einmal war der Tag nicht mehr so schön...

  • das ist ja echt mies , ich wurde hier in costa rica gott sei dank noch nie ausgeraubt mal gucken obsich das noch ändert im letztem monat hoffe ja nicht

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