Geburtstag in Kapstadt

Um meinen 29. Geburtstag gebührend genießen zu können, bekam ich von meinem Projekt zusammen mit Maren einen freien Tag geschenkt. Den Mittwoch zuvor fuhren wir nach Kapstadt, wo wir in mein letztes Jahr in den 20ern reinfeiern wollten. Endlich also eine Gelegenheit, um das Kapstädter Nachtleben etwas kennenzulernen, wenn auch unter der Woche.

Die meisten Bars und Clubs finden sich entlang der Longstreet und wir starteten mit der Einkehr in eine Karaoke-Kneipe, in der wir uns von dem Gesangstalent der Schwarzen überzeugen konnten. Angesichts der 90er-Jahre-Videos, die dazu gezeigt wurden, hab ich mich echt schlapp gelacht. Und natürlich über die immer gleichen Songs wie „Killing me softly“ oder „I believe I can fly“. Hier wurde uns dann auch der erste Drink spendiert, was Maren als militante Nichttrinkerin ablehnte. Den zweiten Drink vom selben Typen nahm ich dann aber nicht mehr an – Maren meinte, es könnte sein, dass hier irgendwas beigemischt wurde. Wir verließen dann die Kneipe und gingen in eine andere Bar, wo Livemusik spielte und deren Interieur eher an eine irische Spelunke erinnerte.

Gegen 22 Uhr trieb es uns in die Spacebar, die wie die meisten Kneipen und Clubs hier, einen Balkon hatte, auf dem man was trinken und auf die umtriebige Longstreet schauen kann. Auch hier wurde mir wieder ein Drink spendiert, was ich zwar nett, aber auch irritierend fand. In Deutschland wurde mir noch nie von einem Fremden ein Drink spendiert und irgendwie erinnerte mich das alles an Ausgehgewohnheiten von vor 40 Jahren oder so. Aber nett ist es trotzdem. Hinzu kommt, dass die Menschen hier deutlich kommunikativer und offener sind als in Deutschland. Es ist ganz einfach, jemanden anzusprechen und ins Gespräch zu kommen. Als uns die Spacebar zu langweilig wurde, gingen wir ins benachbarte Chrome, laut Maren ein Schuppen, der vornehmlich von Coloureds und Schwarzen besucht wird. Die verlangten zwar einen saftigen Eintritt, aber hier war auf jeden Fall mehr los. Kaum drinnen angekommen wurden wir sofort von einem Deutschen angesprochen, der hier seit ein paar Jahren lebt. Als er erfuhr, dass ich in wenigen Minuten Geburtstag habe, schätzte er mich auf 23, was ich ziemlich lustig fand. Im Chrome blieben wir bis 2 Uhr und bis ich in meinen neuen Schuhen nicht mehr stehen konnte.

Nach einem kurzen Zwischenstopp bei McDonald’s fiel ich gegen 3 Uhr ins Bett und schlief bis 10 Uhr. Nachdem mir eine der AFS-Ehrenamtlichen um 10.30 Uhr einen Geburtstagsbesuch abgestattet hatte, konnte ich mich fertig machen und zu Maren laufen. Dort angekommen stellte ich fest, dass ich vergessen hatte, meine Kontaktlinsen einzusetzen. Also wieder zurück ins Alta du Toit. Als Maren erzählte, dass ich Geburtstag habe, wurde ich in der working area auf einen Stuhl gestellt und die High Functions intonierten mir zu Ehren „Happy Birthday“, was wirklich überaus putzig war.

Ursprünglich wollte ich auf den Tafelberg fahren, da man an seinem Geburtstag freien Eintritt zur Seilbahn hat. Dummerweise war es ausgerechnet an diesem Tag so bewölkt, dass man vom Berg aus nur wenig gesehen hätte. Um zum Kap der guten Hoffnung zu fahren, war es längst zu spät und so entschieden wir, einfach an den Strand zu fahren.

Am Ende landeten wir im selben Restaurant, in dem ich an meinem ersten Tag im Projekt war. Hier in Camps Bay, wo es ein bisschen aussieht wie in Miami, ergatterten wir einen Tisch mit Blick auf das Meer. Danach konnte ich Maren zu einem Strandspaziergang überreden und sie konnte mich dort zu einer Strand-Fotosession überreden. Von dort aus fuhren wir dann ein paar Kilometer weiter nach Hout Bay, wo wir uns am Hafen ein Eis gönnten und uns in der Sonne lümmelten.

Am späten Nachmittag liehen wir uns zwei DVDs in der Videothek aus und fuhren zu mir, um uns die Filme anzusehen. Maren war nach dem ersten Film noch mit anderen Mädchen verabredet und ging. Ich wollte mir eigentlich alleine die Neuverfilmung von „Jane Eyre“ ansehen, schlief aber schon nach wenigen Minuten ein.

 

Ich und MarenZum Schwimmen war es leider zu kalt - aber zumindest Füße ins Wasser stecken war möglich :-)


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