Sonnige Tage in Brasilien 😛

Sorry, dass diesen Monat noch kein einziger Blog-Artikel erschienen ist, aber das liegt vielleicht daran, dass nicht sooo viel passiert ist oder ich nicht genug Zeit habe zu schreiben. Manchmal gab es einfach zu viel Neues in meinem Leben hier… Mehr oder weniger 😉 Meine deutsche Mutter meinte schon ich würde viel zu viele Ausreden für alles finden. Aber das macht man hier für so kleine Dinge wie: „Magst du etwa keine Papaya?“ Da antwortet man besser mit: „Das letzte Mal hatte ich davon Bauchweh.“, als dass man zugibt, dass man sie ÜBERHAUPT nicht mag… Und nebenbei mal auch Bauchweh hatte… 😀 Was mich dazu bringt zu sagen, dass man lieber nicht viel von brasilianischen Früchten im ersten Monat isst 😉

Die sind nicht deutsch

Mit dieser überaus intelligenten Überschrift fange ich dann mal an: Ist schon klar, dass ich hier nicht in Deutschland mit Deutschen bin, die so wie ich erzogen worden sind. ICH WEIß! Aber manchmal stutze ich dann schon…
Als ich hier ankam, haben erstmal die Mädels aus meiner Klasse gesagt, wie hübsch und höflich ich doch bin… zwei Sachen, die ich erklären sollte, in einem Satz:

1. „Hübsch“: Das mag eingebildet klingen, aber ständig sagt hier jeder, dass ich hübsch bin: Weil ich keine Brasilianerin, blond und (einigermassen – für brasilianische Verhältnisse bin ich eh schon groß 😉 ) groß bin. Aber das ist auch kein Wunder: Hier kommen kaum Leute aus anderen Städten oder aus dem Ausland (!) hin und Blondinen gibt es hier auch wie eine in einer Millionen in der Gegend. Die meisten Menschen hier sind klein und die Leute sagen ohnehin bei (fast) jeder Person, der sie begegnen und ein Kompliment machen wollen, dass die andere Person hübsch ist. 😀

2. „HÖFLICHKEIT“: Am ersten Schultag haben mir gleich ein paar Mädels gesagt, dass ich zu höflich wäre… Aha. Aber kein Wunder: Wie man das in Deutschland so macht, habe ich ja auch hier erstmal zu allem und jedem Entschuldigung (= desculpe 😉 ) gesagt, auch wenn es gar nicht meine Schuld war. ^_^ Das gab lustige Momente…. Spätestens wenn dich fast die gesamte Klasse deswegen ansieht, solltest du damit aufhören 😀  Aber einige Male war ich schon entsetzt, dass da nichtmal ANNÄHERND sowas wie eine Entschuldigung kam. Beispiel gefällig? Im Schulhof spielen die meisten immer Volleyball. Dabei geht auch mal ein Ball ins Aus. Und da die manchmal ziemlich heftig spielen, fliegt der auch mal ziemlich weit… So an dem Tag in MEIN GESICHT! 😛 Doofies… Hatte gerade mal kurz nicht aufgepasst und dann sowas… war eh klar. In Deutschland hätte man dafür zumindest ein „Alles in Ordnung?“ bekommen… Die haben aber einfach den Ball wieder aufgehoben und weitergespielt… 😀 Also nicht wegen jeder Kleinigkeit sofort beleidigt sein! Es ist ja (wie bereits gesagt) nicht Deutschland 😉

Jetzt möchte ich das allseits beliebte TEMPERAMENT der Brasilianer mal erwähnen: Sie haben es, ja. Aber bei einigen Sachen haben sie auch sooooooooo eine unglaubliche Ruhe, da wundere ich mich manchmal auch, wie sie ihr Temperament da zügeln können, aber okay… Sie reden gerne laut. Das spüre ich täglich in der Schule oder spätestens abends im Bett, wenn meine Ohren ein bisschen summen (Obwohl, könnte auch der Ventilator sein…). In unserem Klassenzimmer haben wir keinen Teppich oder ähnliches, um den Schall zu dämmen. Wir haben nur Fliesen, die ihn noch verstärken… Also wenn meine Klasse anfängt zu reden, ist das sowieso schon lauter, als man in Deutschland normalerweise redet. Dann schraubt sich das mit Gelächter und „dem besten Klatsch!‘ noch weiter hoch (sind hauptsächlich Mädels, die reden) und wenn am Ende die Lehrerin noch anfängt zu schreien, sie hätte keine Geduld mehr, würde ich mir manchmal am liebsten die Ohren zuhalten und habe es auch schon getan. Man hört trotzdem alles noch genauso, als würde man neben einem Lautsprecher auf einem Konzert stehen… ^_^

Musik, Drama, Amor!

Brasilianer L(I)EBEN Musik! Das ist quasi was hier ALLE antreibt. Sie hören Musik, sie singen zur Musik, sie spielen Musik, sie tanzen Musik, sie FÜHLEN Musik! Wenn man ein Instrument hat, oder mehrere, werden automatisch alle zu dir kommen und bitten, als Band zu spielen oder einfach mit zu singen. EGAL WIE SCHIEF, man singt! Jeder singt! Oder man lernt nur den Refrain (wie ich) und gröhlt nur den mit 😛 Beispiel von brasilianischer Musik gefällig? Hier: von Seu Jorge (berühmter brasilianischer Sänger) die „Verrückte“http://www.youtube.com/watch?v=XQ2xUh6LwNA&ob=av2e
Mein Gastvater liebt ihn. Ich auch <3 Zumindest die Musik, keine Sorge! 😀
Oder von den Leuten aus meiner Klasse: brasilianischer Funk. Ich übernehme lieber keine Verantwortung für den Inhalt des Textes 😉 http://www.youtube.com/watch?v=9fd1SrMa670

Aber Brasilianer sind nicht nur wie oben im Temperament und in der Musik so exzessiv (wie man es erstmal wahrnimmt, als Deutsche(r) 😉 ) : Gefühle stehen hier ganz oben. Egal ob Drama in einer Novela oder heulend im Konzert von Justin Bieber oder in der Lieeebe: Brasilianer sind expressiv (uff, entschuldigt mein Deutsch, aber das brasilianische Portugiesisch hat einfach Ausdrucksweisen, die man so verinnerlicht, nach drei Monaten…) 😀

Was demnächst noch so passiert:

Wir machen oft Churrascos im Haus der Tante. Das bedeutet, wir (Eltern, Schwestern, Bruder, Cousine, Cousin, ich) gehen zur Tante und der Gastvater schmeißt den „Grill“ an. Der ist eigentlich eher so eine Art Ofen… Aber es stört keinen. Und wen würde das auch, bei so leckeren Fleischspiesschen und Banane mit Zimt 😛 Hmmm…

Familienangelegenheiten:

In solchen Dingen hat meine Gastmutter (meistens) das letzte Wort. Wenn es regnet und eigentlich die gesamte Familie beschlossen hat ins Kino zu gehen, kann sie (und das tut sie) sagen, dass sie im Haus bleiben möchte um die Novela nicht zu verpassen und alle acht Leute bleiben im Haus. 🙂

Bus fahren:

Diese Woche habe ich das erste Mal den Bus gaaanz alleine genommen (*stolz). Meine Gasteltern arbeiten ganztags (deswegen haben wir auch eine Hausangestellte, die Mittagessen kocht, das Haus putzt…), daher sollte ich auch mal lernen, den Bus gaaanz alleine zu nehmen 😉 Bisher war immer jemand dabei, der mir geholfen hat, an der richtigen Station ein- und auszusteigen. Denn hier kommen mehrere unterschiedliche Busse und die Gegend kenne ich noch nicht so gut. Also nichts wie auf! 😉


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