Der verwirrende Weg zu meiner Gastfamilie

So, ist schon etwas länge her…

Das Abenteuer “mexikanische Familie” begann am 1. September, aber selbst der Weg dahin war schon ein Abenteuer für sich: Schon vor einige Tage vorher hatte ich gefragt, wie Vanessa (die Deutsche, die mit mir im Projekt arbeitet) und ich eigentlich nach Teziutlán kommen. Da wurde mir gesagt, dass wir mit einem Bus nach Puebla fahren und dort von unserer Chefin abgeholt werden.
Nach einem kurzen Abschied der anderen deutschen Freiwilligen, standen wir am Flughafen der Hauptstadt, dort sollte der Bus fahren. Das Gepäck gerade aus dem Kofferraum gestemmt, hieß es auch schon: “Vanessa, Carina, you have to go now!” Also sind Vanessa und ich, schwer bepackt, der AFS-Betreuerin gefolgt, die uns zu den Busstationen führte. Schnell Gepäck hierhin. Tickets nach Puebla in die Hand gedrückt bekommen und 300 Pesos für eine weitere Busfahrt von Puebla nach Teziutlán. Hä?!?! Na, in Puebla empfängt euch irgendwer und hilft beim Ticketkauf. Okay, keine Zeit für weitere Fragen, schnell in den Bus!

Da saßen wir dann, auf einer Fahrt ins Ungewisse. Was passiert jetzt in Puebla? Wie kommen wir nach Teziutlán? Aber ersteinmal konnten wir in dem gemütlichen  Reisebus die Aussicht genießen.

Nach etwa zwei Stunden Fahrt kamen wir in Puebla an, einer Art Busbahnhof. Tja, da standen wir dann mit unserem Gepäck. Nirgends ein AFS-Schild. Keiner, der auf uns zukommt. Ein Mann sagte uns, dass der Bus nach Teziutlán am anderen Ende der Stadt abfährt. Sollen wir dann da jetzt hin? Wir entschieden uns erstmal zu warten und nichts zu machen, so ganz Mexiko-like! Die Zeit verging. Busse kamen und fuhren. Irgendwann musste ich auf Klo. Und nichts ahnend verließ ich den Toilettenraum wieder und erkannte dort, um Vanessa herumstehend, meine Gastmutter Ana mit Tochter Diana. Daneben eine weitere Frau mit Mann, unsere Chefs und Vanessas Gasteltern. Freudestrahlend empfingen sie mich, als ich langsam auf sie zuging. Küsschen. Hola. Die ersten “Wie war die Reise?” Wie gehts?”-Gespräche auf Spanisch. Klappte richtig gut, auch die waren begeistert davon, wie gut ich sprechen kann. Dann wurden Fotos gemacht. Es war irgendwie in dem Moment so spannend und so viel auf einmal, dass ich gar nicht weiß, was die ganze Zeit passierte.
Irgendwann sind wir jedenfalls nach draußen gegangen, zu einem großen Auto, das meiner Gastfamilie. Der restliche Nachmittag verlief total nett. Wir waren in Puebla in einem Restaurant essen, wo auch meine ältere Gastschwester Any dazukam, die studiert dort in der Stadt.

Dann eine 2-3 stündige Autofahrt in meine neue Heimat. Ich war total müde, aber schlafen wollte ich nicht, denn die Umgebung interessierte mich schon! Und es lohnte sich! Wir fuhren so durch die Berge, immer etwas höher und irgendwann wurden die Wolken dichter und dichter und verwandelten sich in starken Nebel. Dunkel und kalt wurde es. Weiter als 20m konnte man nicht sehen- echt unheimlich.

Dann konnte ich ein großes Schild “Bienvenido a Teziutlán” ausmachen. “Oh nein”, dachte ich, “hoffentlich ist es hier nicht immer so dunkel, nebelig, kalt.” Wir fuhren hoch und runter durch die kleinen Straßen und hielten auf der Straße vor den Häuserreihen, unser Büro, indem ich nun immer arbeiten werde. Dort haben wir Vanessa samt Gepäck ausgeladen und sind dann weiter gefahren, zu meinem neuen Haus.

Wir fuhren geradewegs auf ein weißes Tor zwischen hohen Mauern zu, das sich automatisch öffnete. Rein, in den grünen Garten, vor das große gelb-orange farbene Haus mit weißen Säulen. Wir trugen zusammen meine Koffer rein und dort wartete auch schon mein Gastvater, der mich sofort begrüßte. Außerdem hing im Eingangsbereich ein riesiges gemaltes Schild “Bienvenido a casa, Carina!” Voll Toll!!! Es folgte eine Hausführung (das Haus ist echt groß und schön!:) und dann durfte
ich mich in mein Zimmer mit eigenem Bad zurückziehen. Habe alle meine Kleidung in die Schränke verpackt und es versucht ein bisschen “cariniger” zu machen, mit meinen Sachen. Irgendwie war ich total zufrieden in dem Moment, weil alle nett waren und es auch alles schön ist, aber dennoch ergriff mich irgendwie so eine
Traurigkeitswelle…weil ich mir irgendwie nicht vorstellen konnte hier ganze 11  Monate zu leben.

Mein Zimmer am Ankunftstag

Da es noch kein Internet in meinem Zimmer gab (“Machen wir noch, Carina!”) bin ich zu allen anderen hoch ins Arbeitszimmer gegangen. Das war ein sehr schöner Abend,
Weil wir einfach alle da saßen, Diana hat Hausaufgaben gemacht, ich Mails geschrieben und mich dabei mit mit allen unterhalten, darüber, wo ich gerne mal in Mexiko hin möchte, darüber, dass ich nur Sojamilch vertrage,… Haben Deutsche und Spanische Wörter vom google-Übersetzter vorlesen lassen, es war halt toll und lustig irgendwie!

Total müde von den ganzen neuen Eindrücken, bin ich dann so gegen 23 Uhr, nach dem Abendessen, schafen gegangen. In mein tolles großes Bett!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>