Riesig, Laut, Überfüllt – die ersten Tage in Mexico City!

Die ersten vier Tage nach der Ankunft Samstagabend verbrachte ich mit allen anderen deutschen Freiwilligen in Mexico City. Wir wohnten in einem religösen Zentrum im Süden der Stadt, in dem unser “On-Arrival-Camp” stattfand. Schon an diesen ersten Tagen ließen sich viele Unterschiede zu Deutschland ausmachen. Zwei Beispiele:

  1. Die Unorganisiertheit! Im Gegensatz zu unseren Vorbereitungsseminaren in Deutschland, lief es hier sehr viel mehr durcheinander ab. Man wusste nie was passiert, was heute noch anstand oder wie es weitergeht. Einfach in Ruhe abwarten bis die nächste Anweisung kommt!
  2. Das Essen!!! Mir fiel es glücklicherweise nicht ganz so schwer, aber einige kriegen morgens einfach kein mexikanisches Essen runter. Da gibt es dann um 8.00Uhr morgens in grüner, scharfer Salsa eingematschte Tortillas und Hühnchenfleisch. Und dunkle Bohnenpampe. Und Rührei mit Würstchen.
Regentänzer, danach kam der Regen auch...
Regentänzer, danach kam der Regen auch...

Sonst liefen die Tage sehr sehr entspannt ab. Haben zwischen den Seminareinheiten, die auf Englisch stattfanden, ein bisschen die Gegend erkundet. An dem einen Tag fand ein großes Fest in unserem Stadtteil statt, wo man mexikanische Regentänzer bewundern und sich an all den bunten Ständen an fremden Leckereien erfreuen konnte.

Schön geschmückter Torbogen.

Am Montag gingen wir in die große Mall “Perisur”, in der die Möglichkeit bestand Sachen zu kaufen, Geld abzuheben, oder seine US-Dollar zu tauschen – wenn man dann zufällig seinen Reisepass mit hat, sonst geht das nämlich nicht!

Kleiner Park

Am folgenden Tag besuchten wir zuerst ein Wissenschaftsmuseum, und hielten uns danach auf dem Universitätsgelände Mexico Citys auf, wo wir mit einigen Studenten sprechen sollten… Wir saßen also in der Sonne auf dem Rasen rum, fielen natürlich sehr auf. Dann kam ein Student zu uns, der fragte, ob wir aus Deutschland seien, er habe die Sprache erkannt, weil er selbst ein bisschen Deutsch spreche. Bisschen geredet. Dann fragte er, ob wir Gras rauchen, wir “Nein.”, er “ Also wollt ihr nichts kaufen?” Als wir auch das verneinten, ging er einfach 😀

Vor dem Museum UNIVERSUM

Mittwoch mussten einige, so wie ich, um 6.00 Uhr aufstehen, weil wir ganz früh los mussten. Warum es so früh sein musste, wurde mir dann beim Anblick des Verkehrs schnell klar: Rush-Hour in Mexico-City!!! So laut, Gehupe, Menschenmassen, dicke, stinkende graue Abgaswolken und Auto dicht an dicht soweit man gucken kann, auf den breiten Straßen, die berghoch, bergrunter gehen. Diesen Vormittag kann man schwer beschreiben, das war echt irgendwie beeindruckend!

Also eigentlich wollten wir unser Visum holen. Aus Deutschland hatten wir nämlich nur eines, welches innerhalb von 30 Tagen gegen ein Jahresvisum eingetauscht werden muss. Ich habe mich ziemlich gefreut, weil ich es endlich hinter mir haben wollte.

Aber fahr mal zur Rush-Hour Bus und U-Bahn in Mexico City. Das ist ist wirklich unbeschreiblich. Wir wollten den MetroBus nehmen, unser Teamer sagte, wir sollen uns vor allen Türen verteilen, damit wir alle zusammen reinkommen. Nix da! Die Türen gingen nicht mehr auf, weil die Busse so voll waren. Drei haben wir vorbeifahren lassen. Dann entschieden wir, erst in die entgegengesetzte Richtung zu fahren, um an der Anfangsstation vielleicht leichter reinzukommen. Mit sehr viel Gequetsche ging der Plan auf. So stand ich dann eingeengt zwischen gefühlten tausend Mexikanern im Bus. Ohne etwas zu sehen. Ohne zu wissen, wann ich wieder raus muss. Und die ganze Zeit die nicht unbegründete Angst irgendwie verloren zu gehen. Ohne Telefon. Ohne Nummer. Ohne Plan. Zwei einhalb Stunden Fahrt.

Dann wurden wir vor einen unseriös und dreckig wirkenden Fotoladen geschleppt. Alle Ohrringe, Piercing und Co. raus. Reisepass und 250 Pesos abgeben. Haare streng nach hinten binden. Und unter Beobachtung von etwa 30 Büroleuten zwei Fotos. Frontal und Profil.

Wie immer ohne zu wissen was jetzt passiert, zum “Oficina de la inmigracion”, ohne Reisepass, der war ja noch bei den Fotoleuten!!! Nach einer Stunde warten in dem vollen Gebäude, kamen unsere Pässe mit vielen Zetteln und den Fotos zu uns. Keiner wusste genau wie und was damit gemacht werden muss. Irgendwie viel unterschrieben, alle Fotos beschriftet,…zu einem Schalter, alles abgeben, um dann voller Erwartung sein Visum in Empfang zu nehmen. Aber nein! Das wäre ja zu leicht! Kriegst nur einen Zettel, den du dann in 10 Tagen dort gegen das Visum eintauschen musst.

Na toll. So war das nicht geplant. Wie soll ich jetzt den langen Weg nochmal nach Mexico-City kommen – womöglich alleine dahinfinden?!?!?


Ein Gedanke zu Riesig, Laut, Überfüllt – die ersten Tage in Mexico City!

  • Das endgültige Visum zu kriegen, scheint ja ziemlich aufwendig….

    Ich werde Deinen Blog aufmerksam verfolgen und ich freue mich schon auf Deinen nächsten Beitrag 🙂

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