Drei Monate später

Jetzt ist es schon drei Monate her, dass ich meiner Gastfamilie, meinen Mitarbeitern und meinem neuen Leben tschüss gesagt habe. Die erste Nachbereitung liegt hinter mir, ich bin ausgezogen von zu Hause und bald beginnt das Studium. Vergesse ich jetzt alles, was ich in den langen Monaten erlebt habe?

Der Abschied ist mir nicht ganz so schwer gefallen, wie ich befürchtet hatte. Zwar hatte ich wundervolle letzte Stunden mit meiner Gastfamilie und ein unvergessliches und fröhliches letztes gemeinsames Abendessen. Alle drei haben sie mich zum Flughafen gebracht und meine Gastmama und -schwester waren sichtlich traurig. Aber das Gefühl, dass es jetzt endgültig vorbei ist und wie viel ich zurück lasse, kam erst Wochen später.

Jetzt bin ich noch immer in Kontakt mit meiner Gastschwester, wir schreiben uns Emails und haben einmal zwei Stunden lang telefoniert, um uns auf den neuesten Stand zu bringen. Sie fehlt mir sehr. Und obwohl ich die Zeit in China noch immer als hart und schwierig empfinde, vermisse ich sie doch immer mal wieder, die laute Großstadt im Osten Chinas. So ganz abgeschlossen habe ich mit der Zeit noch nicht, ich bin eher noch dabei diesen Prozess vor mir herzuschieben.

Die Einheiten auf der Nachbereitung haben die alten Erinnerungen noch ein mal zurückgeholt. Es war total spannend zu hören, was die anderen jetzt vorhaben. China hat uns alle beeinflusst, mehrere haben jetzt vor die Sprache zu studieren oder zumindest etwas in Richtung interkulturelle Kommunikation zu machen.

Für mich persönlich war die Zeit eine unglaubliche Bereicherung, mit all ihren Höhen und Tiefen. Ich bin sehr froh, dass ich die Tiefpunkte durchgehalten habe und fühle mich jetzt ein bisschen so, als könnte ich nun alles schaffen. Dafür bin ich China sehr dankbar. Außerdem habe ich tolle und unersetzliche Freundschaften geschlossen, die mir durch die Zeit in China geholfen haben und auch jetzt durch die Zeit des Wieder-Ankommens. Und obwohl all das immer weiter in den gedanklichen Hintergrund rückt, werde ich definitiv niemals vergessen, wie ich neun Monate in China lebte.


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