Radości

Ich glaube, das heißt so viel wie Aufregung und Freude. Das sind zwei der vielen Dinge, die ich im Moment empfinde. Außerdem habe ich Angst, ich bin verdammt traurig und total im Stress. Jetzt ist es 14 Uhr nachmittags, ich sitze am PC daheim in Deutschland. Morgen um 08:15 leave ich on a jetplane. Und wohin? Nach Krakau, die zweitgrößte Stadt Polens, liegt im Süden mit 900.000 Einwohnern. Meine Gastfamilie wohnt in einem kleinen Dörfchen, welches nur 15 Minuten Busfahrt von der Stadtmitte Cracóws entfernt ist. Ich fange leider ein bisschen spät an mit diesem Blog und möchte so viel schreiben, von mir erzählen, genau erklären wieso ich in aller Welt nach Polen gehe und was ich bisher alles gepackt habe. Aber in einer halben Stunde kommen Freunde für ein Abschiedskaffeekränzchen (Kaffee gibts nicht, nur Muffins, Kaba und Tee), die möchte ich noch ein paar Stündchen bei mir haben. Das wird sicher mit vielen Tränen verbunden sein. Später werde ich noch zu Ende packen, dann kommt mein Freund vorbei, was zu noch mehr Tränen führen wird, der dann bei mir bleibt bis um 3 oder 4 morgens wenn meine Mama, mein Papa, meine Schwester und mein Bruder mit mir zusammen nach Frankfurt losfahren um pünktlich zweieinhalb Stunden vor meiner Abreise am AFS-Treffpunkt anzukommen.

Vorhin habe ich mit meiner Schwester gepackt. Ohne sie hätte ich kaum was hingekriegt, sie ist eine begandete Packerin, hat selber schon ein AFS-Jahr und ein Freiwilligendienst-Jahr hinter sich. Sie weiß also was sie tut. Ich kann allen Menschleins, die noch vor haben ein Schuljahr oder ähnliches zu verreisen, empfehlen sich VAKUUM-AUFBEWAHRUNGS-BEHÄLTER zu besorgen. Können wahnsinnig viel diese Dinger. Man legt seine Klamotten in diese riesige Tüte (was ich hab sind 100cmx60cm, glaube ich), verschließt sie und dann gibt es ein kleines Deckelchen auf einem lochähnlichen Ding in dieser Tüte, den nimmt man ab und saugt dann mit dem Staubsauger die Luft raus. Überragend gut! Die Kleider werden wahnsinnig komprimiert und es sieht ziemlich amüsant aus, eben wie vakuumverpacktes Essen, z.B. Kartoffeln, irgendwelches Zeug aus Asien oder Speck. Also, wer ein Platzproblem hat, ich bin begeistert von den Dingern.

Apropos Speck, so komm ich zu den Gastgeschenken. Einmal einen vakuumverpackten ( ;)) Schwarzwälder Vesperspeck aus der Metzgerei, ein Bilderband über den Schwarzwald, wo sogar ein Bild meiner Kleinstadt drin ist. Dann noch eine kleine Mini-Drehorgel, weil unser Städtchen bekannt ist für Orgelbau aller Art. Sie spielt aber nicht das Badnerlied, sondern die kleine Nachtmusik. Es gab nur die und Happy Birthday zur Auswahl, und ein Geburtstagslied kam mir nicht ganz so passend vor. Und natürlich noch eine Riesen Packung Haribo Original Goldbären Gummibärchen.

Ich hab die ganze Zeit das Gefühl mir fehlt irgendwas wichtiges noch und kann mich kaum entspannen. Es stimmt, meine Gastmutter hat mir heute geschrieben, dass eine weiße Bluse und eine schwarze Hose noch angebracht wäre, für Kirchenbesuche (in Polen sind über 90 % der Bevölkerung praktizierende Katholiken und meine Gastfamilie ist SURPRISE! katholisch und geht einmal die Woche in die Kirche) oder ähnliches. Nur leider bestize ich diese nicht und habe jetzt KEINE ZEIT MEHR, aber egal, meine schlaue Schwester hat mir empfohlen einfach dann dort was zu kaufen, weil es höchstwahrscheinlich sowieso billiger ist…  Aber sonst habe ich alles erledigt. Gestern bin ich extra schon um 8 Uhr morgens aus dem Bett gesprungen und bin zum Arzt für eine Zeckenimpfung  geradelt, dann bei der AOK vorbei, weil meine internationale Versichertenkarte abgelaufen ist, dann zum Lädele für die kleine Orgel, dann zur Bank, dann zum Metzger, dann zum dm für alles Mögliche, dann zum Edeka, dann zum Kieferorthopäden, dann zum Edeka, dann zum Buchladen und dann war es erst elf Uhr und ich hatte nichts mehr zu tun. Also habe ich versucht ein bisschen zu packen, bin dann aber doch in die nächst größere Stadt gefahren um das neue Album der Red Hot Chili Peppers zu kaufen, habe Muffins gebacken, habe hyperventiliert und bin am Abend noch auf die Abschiedsparty einer Freundin, die ein paar Monate en la belle France geht. Und ich fühle mich immernoch total gestresst und überfordert und hoffe ich kann jetzt ein paar letzte Stündchen mit den Tollen, die gleich vorbei kommen, verbringen.

Das war’s! Ganz im Stress hüpfe ich wieder weg vom Computer und hoffe dass ich bald wieder schreiben kann.

Moooorgen!


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