Erste Wochen

Hola chicas y chicos!

Jetzt habe ich endlich sowas wie einen Alltag hier und habe mittlerweile verstanden wie so eine Woche hier ungefähr funktioniert bzw. abläuft.  Wahrscheinlich fragt ihr euch wo genau sich der Alltag in kolumbien jetzt von dem in Deutschland unterscheidet. Da gibt es eine Menge Sachen!!! Alles nur Kleinigkeiten aber eben doch sehr anders und ungewohnt… zum Beispiel wirft man hier NIRGENDS das Klopapier ins Klo, sondern in den Mülleimer daneben! Mittlerweile hab ich’s mir angewöhnt, aber am Anfang ging’s gar nicht. Einmal waren wir Kuchen essen (übrigens sehr, sehr, seeehr leckeren Kuchen!!) und ich hab’s mal wieder vergessen. Danach war meine Gastschwester auf Klo und kam lachend zurück und hat mich gefragt, ob ich das Klopapier ins Klo geworfen hätte, weil das Klo mittlerweile überflutet wäre:D

Wie ihr schon wisst, gibt es hier auch keine Spülmaschine, also muss man hier abspülen. Logisch. Naja, am Anfang hab ich einmal abgespült und anschliessend das Geschirr abgetrocknet. Als meine Valeria (meine Gastschwester) das gesehen hat, meinte sie „no“ und hat mich darauf hingewiesen, dass Tassen und Teller hier NICHT abgetrocknet werden, sondern einfach so in den Schrank gestellt werden. Als wenn Abtrocknen schlecht wäre oder so… naja 😀

Im Arrival Camp gab es morgens jeden Tag Ei mit weissem ungetoasteten Toast. Ab dem 2. Tag bin ich nicht mehr hingegangen 😀 In meiner Gastfamilie musste ich dann feststellen, dass das jetzt das nächste halbe Jahr so gehen wird!!! 😀 Also hier isst man jeden morgen Essen, das wir hier eher als Mittagessen bezeichnen würden.. Zum Beispiel sowas wie Suppe mit Kartoffeln oder Huhn, Reis mit Fleisch, verschiedenste Arten von Ei und und und… Und dazu noch riesige Portionen.

In meiner Gastfamilie ist es so, dass wir uns morgens an den Tisch setzen (oder ihr vorher helfen) und meine Gastmutter uns dann einen fertigen Teller mit Essen und ein Getränk hinstellt. Das wird gegessen! Am ersten Tag hab ich versucht ihr zu erklären, dass ich um ca. 6Uhr morgens keinen Hunger hab und dass ich in Deutschland meistens auch erst in der Schule frühstücke. Daraufhin hat mein Gastbruder für sie übersetzt und mich gefragt, ob ich finden würde, dass Kolumbianer zuviel essen. Seitdem lasse ich das lieber bleiben und füge mich 😀 Aber auch in der Schule isst keiner Brot. Ausser weissem ungetoastem Toast, hab ich hier sowieso noch kein Brot gesehen.. :O Stattdessen gibt es hier in der Cafeteria Hot Dogs, Arepa, Pommes mit Würstchen… und ausserdem wird hier richtig viel Cola getrunken!!! Zuhause haben wir auch fast immer welche.

Aber Missverständnisse gibt es hier auch genügend und ich glaub ich bemerke nicht mal die Hälfte. So wollte ich am ersten Schultag zum Beispiel wissen, ob es hier auch einen Abschlussball gibt. Also hab ich nach dem Wort für Ábschluss geschaut und nach dem Wort für Ball und diese Wörter dann zusammengesetzt 😀 Und ich hab glaub ich gesagt: „tienes un fin pelota?“ (grammatikalisch auch komplett falsch!!) Die aus meiner Dtufe haben mich nur etwas entsetzt angeschaut und gelacht… Dann ist mir die zweite Bedeutung für Ball eingefallen… :D:D:D

Letztens hab ich Valeria gefragt, was sie sagen wenn jemand niest und als Anwort bekam ich „estornudar“. Also hab ich jedesmal wenn irgendwer geniest hat „estornudar“ gesagt und bin davon ausgegangen, dass es soviel wie Gesundheit im Deutschen bedeutet. Dann hab ich mich irgendwann gefragt, wie man das eigentlich schreibt und im Wörterbuch nachgeschaut. Ich musste feststellen, dass „estornudar“ die Übersetzung für Niesen ist ;D

In den letzen Wochen haben mich alle gefragt wie es mir geht, wie das beste Jahr meines Lebens ist. Das kann man aber nicht so einfach beantworten!! Denn es gibt nicht nur schöne Momente, sondern auch Heimweh und welche, in denen man sich vorstellt was man grade Schönes in Deutschland machen könnte.
Mit der Zeit wird man aber kreativ… So kann man sich zum Beispiel gegen jedes kolumbianische Verständnis hinten im Auto anschnallen, sich mit der Klimaanlage deutsche Temperaturen beschaffen oder auch einfach nur mal andere Musik als Reggaeton hören 😉


4 Gedanken zu Erste Wochen

  • Hey. 🙂 Ich finde du machst echt tolle Erfahrungen! Ich bin grade seit 2 Moanten aus meinem Auslandsjahr in Costa Rica zurück und kann komplett verstehen, was du so erlebst. Und du beschreibst es echt sehr witzig. Irgendwie ist mir das alles so ähnlich auch schon passiert. Ich wünsche dir richtig viel Glück und ein tolles Jahr, geniess es! Pura Vida.

  • Hi, ich musste schmunzeln, als ich deinen Bericht laß. Bin zwar nie selbst als Austauschschülerin im Ausland gewesen, War aber bereits 4-malige Gastmutter lateinamerikanischer Gastschüler. Zwei unserer Gastkinder haben wir bereits zuhause bei ihren Familien besuchen dürfen (Venezuela und Kolumbien). Von daher sind mir beim Lesen deines Berichtes einige Dinge sehr bekannt vorgekommen. 🙂
    Ich denke, du bist auf dem richtigen Weg ein wirklich schönes Austauschjahr zu erleben. Wünsche dir weiterhin eine schöne Zeit.

  • Du schreibst echt cool 🙂 Kolumbien ist übrigens der beste Ort um Spanisch zu lernen meinte meine Spanischlehrerin hier in Costa Rica.

    @ Fiona
    He wieder aus Costa Rica zurück bin noch 3 1/2 Monate hier und werds genießen , hier ist nunmal alles tranqulio verdad. und in Deutschland kommt erstmal Stress

    Also dir viel Glück Hannah 🙂

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