Erste Tage

3Wochen vor Abreise hatte ich meine Familie bekommen. Mann, waren wir froh, endlich zu wissen, bei wem ich denn nun 1 Jahr lang als Kind aufgenommen werde… Der erste Kontakt ueber email war deswegen das Highlight des Monats! Alle wollten wissen, wer und wo. Also, mein Land ist Brasilien und meine Stadt Campos. Nur 40km vom Strand! Doch bis zum Tag der Abreise hatte ich noch Schule. Die Gastgeschenke, das Visum und der Koffer waren daher alles am Wochenende vorher zeitlich knapp. Als ich dann mit dem Gepaeck am Bahnhof stand, kam ich mir sooo verloren vor. Und als dann noch einige angefangen haben, zu weinen, kann man sich den Rest ja denken…

Im Zug gings dann 3Stunden nach Frankfurt. Angekommen, habe ich erstmal nach einer Bekannten gesucht, die so lieb war und mir angeboten hatte, weil sie in der Stadt wohnt, mich am Flughafen zu begleiten. Am Treffpunkt mit AFS haben wir uns alle herzlich verabchiedet. Dann gings zum Check-in, Koffer abgeben. Wir hatten immer noch 2 Stunden Zeit bis zum Flug. Die 11 Stunden Flug danach waren dafuer umso anstrengender… An Schlaf nicht zu denken.

Als wir dann in Sao Paolo morgends in Sao Paoloankamen, durften wir wieder warten. Entweder auf den Weiterflu, oder die Gastfamilie. Aber das Allererste woran wir denken konnten war: raus aus dem Flughafen, Brasilien sehen!!! 😀 Vor dem Flughafen in Sao Paolo

 

 

 

 

 

 

 

Dann weiter mit dem Flugzeug nach Rio de Janeiro. Als wir ueber die Jesusstatue geflogen sind, konnten wir kaum fassen, dass wir hier sind!!! Nachdem wir unser Gepaeck abgeholt hatten, verabschiedete ich mich von den anderen 2 Deutschen, die auch mitgeflogen waren. Die anderen 4 kommen so wie ich nach Campos. Wir 3 Maedels, 2 Jungs. Als ich letztendlich dann nach mehr als 24h unterwegs endlich meine Gastfamilie umarmen konnte war ich sooooo aufgeregt!!! Ich konnte den ganzen Tag (bzw. Restabend) nichts mehr essen!

Zuerst war alles so anders und neu, aber dann kam das traurigsein, das ich die ganze Zeit verdraengt hatte, vor Vorfreude. Meine Familie war aber total verstaendisvoll und hat mich getroestet. Nach weiteren 5 Stunden Autofahrt mit Zwischenstopps standen wir endlich vor unserem Haus. Hier verbringe ich jetzt ein ganzes Jahr! Ich konnte es nicht glauben. Meine Schwestern und ich wohnen in einem Zimmer. Sie haben ein Bett unter ihrem hervorgezogen und darauf schlafe ich.

 

Am 2. Tag (Samstag) hatte ich auch keine Ruhe: Stadt besichtigen. Am Abend ging es dann noch bis um halb 1 auf eine Willkommensparty… So viele Leute, die ich nicht verstehe!!! Aber es ist schon besser geworden, ich verstehe Bruchstücke…. Am Ende der Party haben alle getanzt, in diesen bunten Kleidern. Echt süß!

Das erste Wochenende:

Zu Deutschland hat es 5 Stunden Zeitverschiebung… Also war ich nach dieser Feier ziemlich k.o. 😉 Selbst nach 2 Wochen hab ich spät abends noch rote Augen. Und bisher sind wir fast jeden Abend lange aufgeblieben…

Am Sonntag war dann das erste AFS-Treffen. Wir fünf Austauschschüler haben Nummern ausgetauscht und erzählt und erzählt und erzählt… Kein Wunder bei all den neuen Erfahrungen 🙂 Als wir fertig waren, stellte ich fest, dass ich nicht abgeholt werden konnte! Ich hatte weder ein Handy, noch meine Telefonnummer von zuhause mit!!! Zum Glück hatten die Betreuer dann doch eine Nummer und ich konnte abgeholt werden. Mein Pech-Glück 😀

Am nächsten Tag haben wir dann sofort ein bras. Handy gekauft…

 

Unterwegs:

eigenes Kapitel wuerd ich sagen… im Vergleich zu Deutschland fahren hier alle wie wild und beachten sogut wie keine Verkehrsregeln:

kein Anschnallen: war erstmal ungewohnt und habe mich immer erstmal angeschnallt. Wenn mich dann aber alle so komisch angesehen haben wusste ich, ich sollte mir das mal abgewoehnen… 😀

rote Ampeln: nachts hat das keine Bedeutung. Nur an groesseren Strassenkreuzungen wird gehupt und dann gefahren.

Fussgaenger: recht gefaehrlich… Man muss sich sehr nach den Autos richten… oder Fahrradfahrern… 😉

Busse: meine erste Busfahrt war ein einziges hin- und hergeschwenke… 😀 selbst beim Festhalten, aber wenn der Busfahrer in einer engen Kurve Vollgas gibt, kann ich auch nicht gerade stehen bleiben… 😉

Vollgas: in diesem Bereich hat mans eilig… auch in engen Strassen. Habe manchmal Angst, dass wir gegen eine Mauer fahren… 😀 Das Auto duerfte untendrunter auch einige Lackschaeden aufweisen, da es hier immer einige Erhebungen auf den Strassen gibt, die das Tempo mindern sollten. Aber wenn man in einem falschen Winkel darueber faehrt, krazt man schonmal am Boden… 😉


5 Gedanken zu Erste Tage

  • ich spreche mit meinen Gastschwestern und meinen Freundinnen aus der Schule englisch, aber mittlerweile sage ich Allen, bitte portugiesisch mit mir zu reden… Man versteht nach 1 Woche fast nur Portugiesisch auch einige Dinge 🙂

  • Nach 1 Monat reden Alle nur noch Portugiesisch und ich kann sogar Vieles verstehen und auf Portugiesisch beantworten.

  • Hallo Caroline,
    ich hoffe Du weißt, wer ich bin (Bruder Deines Großvaters). Ich finde es ja faszinierend, daß Du Dich in Brasilien aufhalten kannst. Toll! Schön auch Dein Bericht der ersten Tage. Kannst Du hoffen, auch ein wenig durchs Land zu kommen? Vielleicht sogar zu den Wasserfällen von Iguacu? Da war ich mal im Okt. 1995 auf bras. Seite. Ich kam von der Colonia Independencia in Paraguay dorthin. Die Wasserfälle sind großartig anzusehen!
    Viel Spaß mit Portugiesisch!
    Gruß, Manfred

  • Hallo!
    Du warst in Iguaçu? Cool! AFS bietet da auch eine Reise an, die ich vermutlich auch machen werde… Werde bestimmt auch viele Photos machen, besonders fuer dich!
    Liebe Gruesse, Caro

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