Bei der Arbeit

Bei meiner Gastorganisation Shanghai Roots & Shoots bin ich mittlerweile sehr stark eingebunden. Für das Million Tree Project waren wir nun in der Inneren Mongolei, doch es gibt noch viele weitere Projekte innerhalb der Organisation, die sich mehr mit der Gemeinde Shanghais als mit Umweltproblemen befassen. Besonders viel gibt es für das so genannte KidStrong Projekt zu tun.

Was macht eigentlich Roots & Shoots (R&S)?
Roots & Shoots wurde Anfang der Neunziger Jahre mit 16 Oberstufenschülern in Tansania, Afrika gegründet. Jane Goodall hatte dort über zwanzig Jahre mit der Schimpansen-Forschung verbracht, und wollte den Tieren nun endlich etwas zurück geben. Da sie merkte, dass der Lebensraum der Schimpansen und anderer Tiere zu schrumpfen begann, weil Menschen Wälder abholzten und die Flächen für sich nutzten, wollte sie etwas dagegen unternehmen. Und sie erkannte, dass es die jungen und vor allem die lokalen Menschen sind, die etwas in ihrer Region bewegen wollen und können. Gemeinsam mit Jugendlichen aus Tansania gründeten sie deshalb eine Organisation, die auf globaler Ebene Menschen zusammen bringen sollte, um Lösungen für die Probleme der Menschen, Tiere und der Natur zu finden. Heute gibt es R&S in über 120 Ländern, in denen Kinder und Jugendliche in Schulgruppen aktiv daran arbeiten, etwas für diese drei Aspekte zu tun und ihr Zusammenwirken zu verbessern.

KidStrong
Das ist eines von fünf großen Projekten von Shanghai R&S. Es adressiert die vielen Migrantenkinder in Shanghai. Drei Grundschulen und ein Kindergarten sind bisher im Programm, und jedes Jahr soll stetig eine/r hinzukommen. Auf der Basis von Spenden versorgt R&S die Kinder der Partnerschulen mit Eiern und Früchten und veranstaltet regelmäßig Aktivitäten und Veranstaltungen zur Weiterbildung und zum Spaß der Kinder. Außerdem sind wir ausländischen Lehrer ebenfalls Teil des Programms, indem wir für interkulturellen Austausch sorgen.

Was sind überhaupt Migranten?
In China gibt es aufgrund der sehr großen Bevölkerung einen starken Mangel an gut bezahlten Arbeitsplätzen. Die meisten Chinesen sind immer noch in der Landwirtschaft tätig, können damit aber oft nicht mehr ihre Familien ernähren. Das Ergebnis dieser Bedrullie sind tausende Wanderarbeiter, die auf der Suche nach besserer Arbeit in die großen Städte kommen, vor allem nach Shanghai und Beijing (Peking). Die Natur des Überwachungsstaates verlangt es nun, dass jeder Chinese ordnungsgemäß gemeldet ist. Die Wanderarbeiter behalten ihre Heimatorte in ihren Pässen, und haben deshalb nur beschränkten Zugang zum öffentlichen System ihrer Wahlheimat. Den Kindern ist der Besuch öffentlicher Schulen entsprechend nicht gestattet. Deshalb haben die Städte Migrantenschulen eingerichtet, die an Mitteln und Geldern deutlich eingeschränkter sind.

Welt-Gesundheits-Tag
Welt-Gesundheits-Tag

Den Welt-Gesundheits-Tag am 7. April nahm R&S sich als Anlass für eine besondere Aktivität an einer der Migrantenschulen. Die Haare der Jungs der vierten Klassen wurden von freiwilligen professionellen Frisören rasiert und die Fingernägel aller Viertklässler geschnitten. Währenddessen haben wir Ehrenamtlichen mit den übrigen Kindern erst Baumornamente, die üblicher Weise für das Million Tree Project verkauft werden, bemalt und Spiele gespielt. Die bemalten Bäume sollen nun an internationalen Schulen verkauft werden, und der Erlös der Schule zugute kommen.

Ein weiterer Aspekt des KidStrong Projektes ist die Vermittlung von Wissen bezüglich des Themas Hygiene. An einem Sonntag bekamen engagierte Ausländer wie Chinesen von Zahnärzten, die mit R&S kooperieren, und erfahrenen Ehrenamtlichen eine dreistündige Einweisung in alles, was man über Zahnhygiene wissen muss, und wie man es vermittelt. Vergangene Woche sind wir dann in Teams von je einem Chinesen und einem Ausländer („wenn die Kinder einen Ausländer angucken können, hören sie eher zu!“…) in eine Migrantenschule gefahren und haben den Kindern beigebracht, wie man richtig Zähne putzt und warum das so wichtig ist.

Die Zusammenarbeit mit den vielen internationalen Schulen in Shanghai ist für R&S hier sehr wichtig, weil sie sehr viel aktiver sind als die meisten chinesischen Schüler, deren Alltag eigentlich nur aus Pauken besteht. Am Welttag der Welt (World Earth Day) fand im Shanghaier Zoo eine Veranstaltung statt, die auf Probleme der Welt aufmerksam machen und Lösungsansätze bieten wollte. R&S war auch vertreten, und ließ die Kinder die berühmten Jutetaschen bemalen, auf denen auf Chinesisch „Ein Ende den bösen Plastiktüten“ zu lesen ist.

Im Shanghaier Zoo
Im Shanghaier Zoo

Ein Gedanke zu Bei der Arbeit

  • ach Mensch, schade dass du nicht von Anfang an so super eingebunden warst, klingt nach Arbeit, Spaß und etwas sinnvollem, klasse, dass du noch mal richtig durchstarten kannst,

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