Wald der Kulturen

Am Montag war es endlich soweit: Unser „AFS-Team“ von fünf weltwärtslern und zwei weiteren Shanghai Roots & Shoots Ehrenamtlichen durfte auf den ersten von vier Trips in die Innere Mongolei fahren. Jedes Jahr im April dürfen alle Gruppen, die das Geld für mindestens 1000 Bäume für das Million Tree Project von R&S gesammelt haben, mit auf einen der Trips, um selber Bäume zu pflanzen!

Nach zwei Stunden Flug und sechs Stunden Busfahrt kamen wir mit 60 Leuten in zwei Bussen in Kulun Qi an. Auf der Fahrt hatte unser „Ausländerbus“ eine schlechte Nachricht bekommen: Das gebuchte Hotel hatte unerwartet Gäste der chinesischen Regierung, die während ihrer Tagung keine Ausländer im Hotel haben wollten. Also mussten alle, die definitiv keine Chinesen waren (die Koreaner wurden rein geschmuggelt), die erste Nacht im Hostel verbringen. War überhaupt kein Problem, und am Dienstagabend konnten wir auch ins Hotel umziehen. Aber wir alle hielten das erst mal für einen großen Witz. In China ist eben nichts unmöglich, es beweist es uns immer wieder!

Pflanzbereich in Kulun Qi
Pflanzbereich in Kulun Qi
Bäume pflanzen
Bäume pflanzen

Am Dienstag haben wir den ganzen Tag lang gepflanzt. Nach einer Einführung und zehn Fehlversuchen wurden wir nach und nach richtige Experten, und am Ende des Tages hatten wir fast 1500 Bäume gepflanzt! Faszinierend fand ich vor allem, dass mitten in der Wüste nur 30 cm unter dem Sand nährstoffreicher Boden ist, der Bäume wachsen lassen kann. Abends nach dem Abendessen, das dem shanghainesischen übrigens gar nicht ähnlich war, gab es in Kulun keinen Strom mehr; nur das Hotel blinkte von außen in allen Farben. Im Supermarkt gab es jedoch Kerzenlicht und Taschenlampen. An dem Abend habe ich zum ersten Mal den Großen Waagen gesehen, seit ich in China bin, und festgestellt, dass er auf dem Kopf steht. Wir waren endlich mal mitten in der Natur gelandet.

unser "Taxi"
unser "Taxi"

Mittwochmorgen ist der Chinesenbus zum Pflanzen gefahren, während wir von Pferdekarren tief in die Wüste gebracht wurden, um die Pflanzfläche von 2007/08 zu sehen. Es war beeindruckend, die 6 Meter hohen Bäume inmitten des Sandes wachsen zu sehen, umgeben von Laub. Grün war zu dieser Jahreszeit noch nichts, aber man sah Vögel und Käfer dort wo die Bäume standen. Zwei Stunden stutzten wir die unteren Drittel dieser Bäume, bis wir nachmittags mit Pflanzen dran waren. Mittlerweile waren wir ein eingespieltes Team und schafften zwei Reihen mehr als die Chinesen am Vormittag (etwa 103 Bäume pro Reihe)! Das war dann schon der letzte Tag des eigentlichen Pflanzens, am Donnerstag ging es schon wieder zurück nach Shanghai.

Bevor es jedoch zum Flughafen ging, fuhren wir in eine lokale Schule, wo wir 45 Minuten lang 50 Kinder große Klassen unterrichten sollten. Na, das kannten wir doch, und so war es auch überhaupt kein Problem. Der Chinese unseres Teams leitete das ganze an und so gab es gar keine Verständigungsschwierigkeiten. Wir hatten eine Geschichte mit Bewegungen vorbereitet (nämlich die über einen Wald der abgeholzt wurde, sodass Wüste entstand, und wie Menschen nun den Wald wieder aufbauen wollen), erklärten die Schlüsselbegriffe der Geschichte auf Englisch und spielten mit ihnen Hangman, spielten Daumendrücken, verteilten Süßigkeiten und machten Fotos. Die Kinder hatten sehr viel Spaß, sodass es uns auch total viel Freude gemacht hat.

unsere Unterrichtsstunde
unsere Unterrichtsstunde

Abends am Flughafen dann noch mal ein Schock zum Abschluss: Der Flug sollte um 7.20 abends gehen. Von 60 Flügen waren versehentlich neun auf 7.20 morgens des nächsten Tages gebucht worden. Und selbstredend waren unter diesen neun wir sieben aus dem AFS-Team. Per Telefon wurde versucht, neue Flüge zu buchen, doch dann war die Kreditkarte überzogen. In letzter Minute klappte es über einen anderen R&S-Mitarbeiter doch noch und mit großem Applaus kamen wir zur Öffnung des Gates wieder zur Gruppe dazu.

Es waren aufregende und sehr lehrreiche vier Tage in der Inneren Mongolei, im hohen Norden Chinas. Mal wieder eine ganz andere Perspektive auf das Land, völlig andere Menschen und vor allem die Erfahrung des Pflanzens in der Wüste. Wir alle haben gespürt, wie wichtig das ist, was wir in den vergangenen Monaten erarbeitet haben, und sind stolz auf das, was wir geschafft haben!

das weltwärts-Team!
das weltwärts-Team!

 


Ein Gedanke zu Wald der Kulturen

  • Hallo Lisa,
    jetzt habt ihr also auch ‚eure‘ Bäume gepflanzt. Ich finde das klasse! 🙂
    Verfolge weiterhin deine Blogeinträge und bin gespannt, was du noch zu berichten hast, bis du dann die Heimreise antrittst.
    Ich wünsche dir noch eine wunderbare Zeit! Danke für’s Teilhaben lassen!
    Ganz viele liebe Grüße,
    Janina

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