Die ersten Tage in Kolumbien: Bogotá

Ankomme Dienstag den 25. um 18.00 Uhr, Anna. Eine leichte Abwandlung von Reinhard Meys Lied „Ankomme Freitag den 13ten“ .

Unsere Flugroute...fast da jippie :)
Unsere Flugroute...fast da jippie 🙂

Warum auch immer, aber dieser Liedtext ist mir eingefallen als ich letzten Dienstag in Bogota am Flughafen stand. Nach knapp 10 Stunden Flug, der erstaunlicherweise doch kürzer war als erwartet, laut Pilot: „weil wir Rückenwind hatten“!! 🙂 Da stand ich also mit Unmengen Gepäck und 20 anderen Deutschen die wie ich ein Jahr in Kolumbien verbringen werden um dort einen Freiwilligendienst zu machen.

Damit wir uns gleich an die kolumbianische Lebensweise („bloß kein Stress!“) gewöhnen konnten, kamen unsere Betreuer von AFS Colombia einfach eine halbe Stunde später an als wir. Dann ging es mit einem sehr kleinen und klapprigen Bus zu unserem Hotel, das geschickter Weise gleich neben dem AFS Büro in Bogota liegt.

Gepäckwand...scary
Gepäckwand...scary

Leider war unter dem Bus kein Platz für unser Gepäck und so musste erst mal im hinteren Teil des Buses eine Wand von Koffern „hochgezogen“ werden. Dummerweise war diese nicht besonders stabil und ich nicht intelligent genug um mich nach vorn zu setzten also bedeutete die holperige Fahrt für mich Lebensgefahr. Netterweise hat sich dann einer der AFSer einfach auf das Gepäck gesetzt und es so mehr oder weniger befestigt. 🙂

Das Hotel war klein und nett aber es gab nichts zu essen also sind wir erst mal essen gegangen. Im Restaurant hat uns gleich ein Ulmer begrüßt: Albert Einstein. 🙂 Wir waren alle super müde also sind wir nach der kolumbianischen Pizza (lecker) sofort schlafen gegangen.

erstes Sonnenbad...mit meinen beiden gaffas del sol B-)
erstes Sonnenbad...mit meinen beiden gaffas del sol B-)

1. Tag:

Am Mittwoch haben wir uns um 10.00 Uhr mit Daniel und Vanessa getroffen, unseren Betreuern von AFS Colombia. Vanessa ist Schwedin, arbeitet aber seit 2 Jahren in Kolumbien, Daniel ist Kolumbianer und kann perfekt Deutsch, da er schon für AFS Deutschland in Hamburg gearbeitet hat.

P1000214Wir haben verschiedene Themen besprochen, u. A. kolumbianische Kultur, was man tun und was besser lassen sollte und natürlich über Sicherheitsaspekte. Dann kam eine ehemalige Gastmutter zu uns und erzählte vom Zusammenleben mit einer deutschen Freiwilligen, vor allem von den Problemen die sie hatten und wie wir diese vermeiden können.

Es war super sonnig und warm, wir waren also in Super-Sommer-Laune mit kurzen Hosen und Tops. Das, die krasse P1000216Höhensonne und meine Sonnencreme mit Lichtschutzfaktor 20 was hier ungefähr…nichts! bringt haben dazu beigetragen, dass ich erstmal einen mega Sonnenbrand hatte! Aber ich glaube keiner derAngekommenen ist verschont geblieben.

2. Tag:

Am Donnerstag stand die Hauptstadt Kolumbiens erkunden auf dem Plan. Dazu sind wir zuerst mit einer Art Bahn auf den Monserrate gefahren. In knapp 3000m Höhe ist die Luft dann doch

es geht immer noch ein bisschen höher :)
es geht immer noch ein bisschen höher 🙂

etwas dünner. Prinzipiell merke ich eigentlich nichts davon, nur wenn ich mich anstrenge, z.B. 200 Höhenmeter auf der Suche nach seiner Gruppe 5mal hoch- und runterrennt. Das ist natürlich mir passiert: Ich war 2 Minuten weg um mir die Kirche anzusehen und als ich wieder draußen war, waren alle weg…ohne Telefon, mein deutsches funktioniert hier nämlich nicht,  geschweige denn einer Nummer von irgendjemand hab ich nach einer ¾ h suchen leicht panisch

Endlich daaaaaaaaa :D
Endlich daaaaaaaaa 😀

irgendwelche Leute auf Englisch gefragt ob sie ein Handy haben und die Notfallnummer angerufen. Da ging dann dummerweise nur irgendein Anrufbeantworter ran…super Notfallnummer würd ich sagen 🙂 Glücklicherweise sind in dem Moment meine Leute wieder aufgetaucht…der Himmel weiß wo sie waren. Ich hatte somit allerdings meinen ersten Schock in Kolumbien…überstanden 🙂

die Anden...zumindest ein Teil davon :)
die Anden...zumindest ein Teil davon 🙂

Mit einer Seilbahn ging es dann zusammen wieder runter vom Berg. Der Tag begann super sonnig weshalb natürlich keiner von uns an Regenjacke oder Schirm gedacht hatte. In dem Moment als wir aber aus der Gondel stiegen öffnete der Himmel seine Schleusen…und in Kolumbien bedeutet das, dass innerhalb einer Minute eine Sintflut vom Himmel stürzt, bei der man Angst hat weggespült zu werden!

Leicht durchnässt ging die Stadttour dann weiter, u. A. durch die bunte Altstadt, am Plaza Bolivar mit den Regierungsgebäuden vorbei und ins Botero Museum. Beim Mittagessen stießen noch zwei Freiwillige zu uns, die beide seit August in Kolumbien sind. Sie kamen gerade vom dreiwöchigen Karibik-Urlaub 🙂

Abends sind wir wieder essen gegangen, wobei sich vor allem die Mädels quer durch die Jugo-Getränkekarte probiert haben 🙂 Ich liiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiebe Jugo de Guanabana und Jugo de Curuba mit Milch!!! Leckerleckerlecker 🙂 Danach sind einige die Partyqualitäten Bogotas erkunden gegangen, ich bin mit Daniel und einigen andern in eine Bogota-Beer-Company-Kneipe gegangen. Rotes Bier: Like! 🙂

die Megacity
die Megacity

3. Tag:

Freitag war leider unser vorerst letzter gemeinsamer Tag als Gruppe…nach dem obligatorischen Feedback ging es für die Freiwilligen, die weiter-fliegen mussten gleich zum Flughafen. Die die in Bogota blieben oder abgeholt wurden, z.B. ich 🙂 rannten mit Daniel stundenlang durch die Stadt um unsere kolumbianischen I.D.s zu beantragen. Nach langer langer Zeit war dann alles erledigt wobei der arme Fingerabdrucknehm-Mann bei der DAS (sowas wie der kolumbianische Geheimdienst der irgendwie auch für die Einwanderung und Reisekram zuständig ist??) mit meinen Händen zu kämpfen hatte…alles was ich verstanden hab war: „muy grande!“. 🙂

Als wir mit mehr als zweistündiger Verspätung am AFS Büro ankamen warteten schon alle. Consuelo, die Chefin von AFS Ubate nahm mich und Stella in Empfang. Stella ist wie ich 20 Jahre alt und kommt aus Hamburg. Sie ist die andere Freiwillige in Ubate und mit mir im gleichen Projekt. Wir fuhren Richtung Ubate durch tolle

Plaza Bolivar und die ÜBERALL präsente kolumbianische Flagge
Plaza Bolivar und die ÜBERALL präsente kolumbianische Flagge

Landschaften, bergab, bergauf.

Als wir nach ca. 1,5h in Ubate ankamen war es stockfinster und uns hat eine Kuh auf einem Sockel begrüßt…war schon etwas seltsam 🙂 Nachdem wir Stella zu ihrer Familie gebracht hatten, sie hatte nämlich schon eine feste Familie, fuhr ich mit zu Consuelo. Sie und ihr Mann Sergio waren meine Übergangsgastfamilie. Nach Pasta…ja auch hier mögen manche Familien Pasta 🙂 ging es in mein Bett…ich war super geschafft!


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