Halbjahres-Bericht aus Thailand

Hallihallo. Ich weiß, es ist lange her, doch nun schreibe ich ENDLICH wieder einen Blog. Seit meinem letzten Blogbeitrag ist auch so einiges passiert. Von Schulveranstaltungen über mein Midstay-Camp , Weihnachten, Neujahr, Reiseplanung und so weiter war ich die letzten Wochen sehr beschäftigt. Da war ich mal froh, wenn ich für ein Wochenende durchschnaufen konnte und mal Freunde in Bangkok besuchen konnte.

Ersteinmal muss ich sagen, dass ich mich so richtig in dieses Land verliebt habe. Es ist einfach so verschieden von meinem gewohnten Umfeld in Deutschland. Da weiß ich, was ich tagsüber machen werde, was ich sehen werde. Hier jedoch ist es jedesmal ein schönes Gefühl den Strand zu sehen, meine Freunde zu sehen, die Schüler zu sehen und einfach nur die wundervolle Gegend. Die Tempel sind sehr prunkvoll und tauchen hier in den verschiedensten Gegenden unterschiedlich auf. In Bangkok sind riesige Tempelanlagen, in Rayong eher kleinere und auf Koh Samet zum Beispiel direkt am Strand aus Holz, eine kleine Buddhastatue und sonst nicht viel. Es ist jedesmal sehr interessant, wie unterschiedlich die einzelnen Tempel doch sind, aber dann wiederrum doch irgendwie gleich. Der Sinn eines Temples bleibt ja unabhängig vom Aussehen gleich.

Nach den Final-Exams in meiner Schule ging es ja bekanntlich in die Ferien, aus denen ich pünktlich zum Semesterbeginn wieder in der Schule auftauchen musste. Und das tat ich, denn ich wollte auf keinen Fall die Sportdays verpassen. Es ist schon interessant, wie sehr sich die Schüler dafür anstrengen und ins Zeug legen, für den normalen Schulalltag jedoch ist bei vielen die Batterie auf den „Safe-Mode“ gestellt. Was ich schade finde, denn das macht das Unterrichten in manchen Fällen/Klassen doch relativ schwierig. Nunja, zurück zum Sportsday: Hier wurden die unterschiedlichsten Sportarten gespielt. Die Schule wurde in vier Gruppen eingeteilt. Die blaue, die rote, die lilane und die gelbe Gruppe. Ich gehörte als Leader der lilanen Gruppe an. Ich musste die Gruppe untersuchen und schauen, welche Schüler ich für welche Sportart einsetzen möchte. Ehrlich gesagt, haben sich die Schüler zum größten Teil selbst eingeteilt. Ich habe dann jedoch einigen Schülern gesagt, dass sie doch lieber die Sportart wechseln sollten. Danach ging es dann endlich los. Es wurden international bekannt Sportarten wie Basketball, Fußball und auch Badminton gespielt. Dann jedoch auch Sportarten, von denen man in Deutschland eigentlich noch nichts gehört hat, wie zum Beispiel Takraw. Dieses Spiel erinnert einen schon etwas an Volleyball, jedoch wird es mit den Füßen gespielt und man muss versuchen, den Ball auf den Boden des Gegnerischen Feldes zubringen. Ein sehr interessantes Spiel. Nach 2 Tagen des Wettkampfes waren die Sporttage auch schon vorbei. Meine Gruppe hat in einigen Wettbewerben gewonnen, zum Beispiel im Basketball, Volleyball und 2,5 km Lauf (da taten mir die Schüler leid. Denn die Läufe fanden am frühen Nachmittag bei 35°C statt). Daraufhin wurde etwas gefeiert, jedoch nicht zusehr, denn am nächsten Tag ging die Schule ganz normal wieder los.

Meine Hoffnungen, dass das unterrichten jetzt leichter wäre, hat sich leider nicht bewahrheitet. Mir fällt es jetzt schon einfacher mit den Schülern zu kommunizieren, denn nun kann ich auch manche Sachen auf Thai sagen, jedoch ist der Sinn meines Unterrichts ja der, dass ich den Schülern englisch beibringe. Bei manchen Schülern bemerke ich kleine Fortschritte, bei vielen hingegen leider nicht. Seit diesem Semester probiere ich viel mit Bildern zu unternehmen, denn nur durchs reden und erklären verstehen die Schüler überhaupt nichts. Habe mir jetzt auch für die einzelnen Klassen verschiedene Arbeitsblätter erstellt mit unterschiedlichen Anforderungen. Durch Bilder lässt sich vieles einfacher erklären und man kann auch schnell was improvisieren, sollte man den Fanden mal verloren haben. Das unterrichten an sich macht mir weiterhin viel Spaß. Ich habe mit den Schülern oft viel Spaß. Wir spielen einige Spiele im Unterricht, wo die Schüler das eben Erlernte sofort anweden müssen. In den folgenden Wochen bemerkte ich dann schon, dass einige es verstanden haben und bei manchen Schülern sehe ich dann, dass sie nun aktiver im Unterricht dabei sind. Was mich als Lehrer sehr glücklich macht. Mit meinen Kollegen komme ich ebenfalls sehr gut zurecht. Wir haben zum neuen Semester einige junge LehrerInnen dazu bekommen, die gerade erst die Uni abgeschlossen haben. Mit denen haben John und ich eine Menge Spaß, denn wir bringen den neuen Lehrern Englisch bei und die uns im Gegenzug Thai. Ich muss sagen, seitdem ist mein Thai auch deutlich besser geworden.

Ende November ging es dann nach langem hin und her endlich zum Midstay-Camp. Die Bezeichnung „Midstay-Camp“ ist doch etwas paradox, da wir noch bis Juli hier bleiben werden und das Midstay-Camp trotzdem schon nach gut 4 Monaten hatten. Nichts desto trotz war dieses Midstay Camp einfach klasse, da ich endlich wieder meine Freunde über einen längeren Zeitraum getroffen habe, ich mir endlich mal Ayutthaya angucken konnte und einige der Seminare sehr interessant und lehrreich waren (andere dagegen waren ein langes Widerholen von alt bekannten Sachen). Das Hotel war klasse. Lennart und ich hatten ein riesen großes Zimmer (wie alle anderen auch) mit einem super Blick auf den Fluss und dem Tempel auf der anderen Uferseite. So wurde nun beim Midstay über Probleme gesprochen, über das „richtige“ Unterrichten, wobei ich sagen muss, dass es dafür ja keine Zauberformel gibt. Man sollte sich den Schülern schon anpassen, denn was nützt es es einem selbst und vorallem den Schülern, wenn man darüber spricht warum der Himmel nunmal blau ist und nicht grün, wenn sie es doch nicht verstehen. Es waren echt tolle Tage mit der gesamten Gruppe, doch leider gibt es da ja auch immer wieder Abschiede. So mussten wir uns am Sonntag wieder in die Busse begeben, die uns nach Hause brachten. Einige blieben dann jedoch den Tag über in Bangkok, so wie ich, und gingen mit einer kleinen Gruppe über den JJ-Markt oder woanders hin. Ich muss zugeben, dass ich am darauffolgendem Tag schon ein kleines down hatte, da ich nun wieder der einzige deutsche bin und ich nicht wusste, wann ich denn meine Freunde wieder sehen würde. Gott sei dank habe ich einige von ihnen dann doch in den folgenden Wochen wieder gesehen und Weihnachten wurde auch groß bei mir in Rayong am Strand gefeiert.

Da kamen dann einige meiner Freunde, wir haben uns Bungalows am Strand gemietet (die freundlicher Weiße von der Besitzerin, Lehrerin an meiner Schule, zur Verfügung gestellt wurden). An einem Tag sind wir nach Koh Samet gefahren, was sich als einen super Ausflug entpuppte, denn der Strand und das Wetter waren einfach perfekt (und es war ein gutes Pushup für das Stimmungstief, welches wir alle an Heiligabend hatten). Danach ging es zurück zu den Bungalows, wo wir dann Schnitzel mit Kartoffeln und Salat (German-Style) zubereitet haben und eine kleine Feier mit einigen Lehrern meiner Schule und 2 Austauschschülerinnen hatten. Es war einfach ein wundervolles Wochenende, an das sich alle Beteiligten wohl noch lange erinnern werden. Die Woche darauf war in der Schule eine Menge los, denn alle Lehrer, wollten gerne wissen, wie meine Party war und haben sich alle entschuldigt, dass sie ja nicht gekommen sind. Im Nachhinein haben sie es dann aber bereut (hehe). Das Wochenende darauf war dann ja gleich das nächste Fest. Neujahr habe ich mit meinen beiden älteren Brüdern in Bangkok gefeiert. Typisch Thai natürlich. Viel Glanz und Spaß mit vielen Livebands (wir haben LOSO live gesehen) und lustigen Aktionen. Dann der Countdown, das tolle Feuerwerk, wo man aber zu sagen muss, dass das Feuerwerk am Vatertag (Königsgeburtstag) deutlich besser war. Als das Feuerwerk dann zuende war, hat sich der Platz plötzlich wie von selbst geleert. Thais sind einfach kein Partyvolk. Um 1 waren dann nur noch einige Jugendliche da, aber der Großteil der Menschenmenge verschwand in den Skytrains richtung Heim.

Im neuen Jahr ging der Unterricht dann natürlich normal weiter und man musste solangsam anfangen, die Schüler auf die Final Exams vorzubereiten, die Anfang März geschrieben werden. Meine Freunde und ich haben in diesem Zeitraum dann auch angefangen unseren Urlaub zu planen, den wir im April dann haben. Waren uns schnell einig, dass es wohl zwei Reisen sein werden, da wir ja zum Thai Neujahrsfest (jap, das am 31.12./1.1. feiern sie zwar, ist aber nicht das offiziele Thai Neujahr, auch wenn sie dort das Jahr genau so wechseln (2553 zu 2554)) alle bei unseren Familien sein sollen und auch wollen, denn das Songkran Festival soll sehr prunkvoll und einfach nur klasse sein und darauf freue ich mich schon sehr. Also unsere Reisegruppe hat sich dann auch gleich in zwei Gruppen geteilt. Die eine Gruppe, die den Nord-Osten um Thailand erkunden wollen (Laos, Vietnam und Kambodscha) und eben die Gruppe, die den Süden erkunden wollen (Malaysia, Singapur und Indonesien). Isabell, ebenfalls eine Freiwillige, und ich sind in beiden Gruppen, da wir die einzigen waren, die da überhaupt was ins Laufen gebracht haben. Ergo geht es für uns beide mit 2 weiteren Freiwilligen am 1.4. nach Kuala Lumpur, von dort einige Tage später nach Singapur und von dort nach Jakarta, bevor wir dann am 13.4. wieder in Bangkok landen für das Songkran Festival. Am 18.4. geht es für Isabell und für mich dann mit 2 neuen Freiwilligen nach Phnom Penh in Kambodscha, von dort mit dem Bus nach Ho Chi Minh City in Vietnam und dann mit dem Zug Richtung norden nach Hanoi, von wo wir dann am 30.4. den Flieger nach Bangkok nehmen. Also viel Programm, aber die Vorfreude könnte kaum größer sein, denn morgen, den 1.3., gehts für mich und meine Freunde nach Pai, nähe Chiang Mai, in ein Elefantencamp, wo wir unseren Community Service ableisten dürfen. Nach dem Camp sind es dann auch nur noch 10 Tage bis wir uns alle wieder in Bangkok treffen und dann gehts auch schon nach Malaysia.

Natürlich ist auch nicht alles nur Feiern, Reisen und Spaß haben hier. Ich für meinen Teil zum Beispiel suche mir oft in den Freistunden Unigänge raus und überlege mir, was ich studieren möchte, wo ich es studieren möchte und so weiter. Das nimmt eine Menge Zeit ein und ist auch nicht sehr einfach. Die eine Uni möchte für diesen Studiengang dies und jenes, die andere dann noch das und was anderes dazu. Echt kompliziert, aber da muss man nunmal durch. Die Ausländer bei mir im Dorf haben mir schon vorgeschlagen, bei ihnen im Haus ein Zimmer frei zu machen, so dass ich einfach hier bleiben könnte, und da muss ich ehrlich zu sagen, ist die Verlockung groß. Ich hab mich, wie oben bereits erwähnt, so richtig in das Land verliebt, aber eben noch mehr in mein kleines Dörfchen. Hier kenne ich jeden und alles und es macht mir einfach Spaß, durch die Straßen zu gehen, denn man trifft immer jemanden, mit dem man essen gehen könnte oder einfach nur quatschen kann. Also sollte ich in Deutschland nichts finden, würde ich den ersten Flieger zurück nach Thailand nehmen und dann in dieses kleine Dörfchen gehen.

Nunja, das war meine Zusammenfassung der letzten Wochen/Monate. Ich werde wohl nach meinem Camp einen neuen Blogeintrag machen, der sich dann eben mehr auf das Camp konzentriert. Ich hoffe, die zukünftigen Teilnehmer die nach Thailand gehen, werden ebenfalls soviel Spaß haben, wie ich, bzw. die anderen Teilnehmer.

Mit diesen Worten verabschiede ich mich dann mal ins Elefantencamp. Genießt euren Frühlingsanfang und freut euch auf den Sommer;) Eddy


2 Gedanken zu Halbjahres-Bericht aus Thailand

  • vielen dank für deinen tollen bericht. wir sind dieses jahr auch dort in der nähe und konnten durch deinen bericht schon mal einen super einblick in das land gewinnen. vielen dank dafür!

  • Hi Edwin!
    Klingt alles super, eigentlich phantastisch! Ab Sommer darf ich ebenfalls dort hausen, vllt sogar unterrichten, weiß man noch nicht. Dein Bericht hat mir Thailand ziemlich schmackhaft gemacht. Es ist noch so unglaublich weit weg, noch alles so unaktuell und fremd, dass ich gar nicht weiß, wie ich mit der Tatsache umgehen soll. Aber ich hab mich schon oft ertappt, wo ich dachte: “ aah, nächstes Jahr wirst du das und das nicht erleben können, weil dann bist du nicht hier mit deinen Freunden“.
    Wann kommst du zurück nach good old Germany? Wartest du schon sehnsüchtig auf den Moment, oder fühlst du dich in Thailand wunschlos glücklich? Bist du oft sehnsüchtig? Merkst du jetzt schon Veränderungen deiner Persönlichkeit, gibt es die überhaupt?
    Nur so ne Frage nebenbei: Eig. war Thailand ja mal französische Kolonie, wird da noch viel Französisch gesprochen oder gar nicht? Trifft man dort öfter auf Exoten wie Schlangen und seltsame Reptilienficher?
    Ich will dorthin und ich will nicht dorthin. Voll das Dilemma!
    Liebsten Gruß und berichte bitte noch mehr!

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