Endlich Ferien!!!

Hallo ihr,

ich melde mich jetzt, nach langer Zeit, auch mal wieder. Im letzten Monat ist einiges passiert und irgendwie bin ich nie dazugekommen zu schreiben.

Im September hatte ich Geburtstag und es war echt toll. Ich habe Geschenke auch von Deutschland bekommen und hatte einen wunderschönen Tag. Meine kleine Schwester hatte auch Geburtstag und sie hat sich riesig über mein Geschenk gefreut (eine Tasche mit Süßigkeiten).

Hier in Ungarn feiert man normalerweise nur Namenstage, doch heute ist das nicht mehr so wie früher. Immer mehr Familien feiern nur die Geburtstage, meistens sind es nur die besten Freundinnen die sich zum Namenstag noch etwas schenken. So ist es zumindest in meiner Familie, wir feiern die Geburtstage, da es auch sein kann, dass man mehrere Namenstage hat. Und da immer was schenken? Da weiß man ja irgendwann nicht mehr was man schenken soll, ist so schon schwer genug.

Anfang Oktober war ich mit ein paar anderen von AFS im Zoo von Budapest und es war echt toll. Da fühlt man sich gleich wieder wie ein kleines Kind. Ich hatte meine kleine Schwester dabei (sie ist 11) und sie wollte gar nicht mehr nachhause, doch sie musste noch lernen. Wir haben uns die Oroszlanfóka (Seehundfütterung) angeschaut, das war echt faszinierend. Die Elefanten und Giraffen, Tiger und Löwen, Dori (von „Findet Nemo“) und „Nemo“ selbst haben wir auch gesehen. Es war echt toll.

Wir hatten auch den „Tag des interkulturellen Dialoges“ und eigentlich sollten Leute aus Budapest kommen und wir sollten ihnen etwas über unser Jahr hier erzählen, doch wir saßen dann alleine da und haben Steine bemalt und „Wer bin ich?“ gespielt. Es war trotzdem ein wunderschöner Nachmittag.Stein

Außerdem hatten wir unsere zweite Arrival Orientation und es war echt klasse. Wir waren in einer Jugendherberge außerhalb von Budapest, drum herum Wald und keine Autos. Das war echt toll. Wir konnten über Probleme reden und haben ein paar „Spiele“ gespielt, bei denen es um schwierige Situationen ging. Das Wochenende mit den anderen AFSern, nicht nur mit denen des Komitees Budapest, war echt toll und sehr witzig. Wir haben sehr viel gelacht.

Manchmal hasse ich die Großstadt. In Deutschland wohne ich in einem 1000 Seelendorf, da fahren nicht ständig Autos am Haus vorbei. Hier in Budapest fahren immer Autos am Haus vorbei, Tag und Nacht und am Anfang konnte ich deswegen nicht gut schlafen. Einmal bin ich nachts aufgewacht und dachte es fährt ein Panzer am Haus vorbei, so laut war das. Außerdem fehlt mir die Natur, ich bin es gewohnt in der Natur zu leben und es nicht weit bis zum nächsten Wald/Feld bzw. in die Natur zu haben und das fehlt mir schon sehr. In Budapest hat man eigentlich nie „frische“ Luft und auch nicht wirklich Natur, wenn man nicht zufällig außerhalb wohnt. In meinem Dorf in Deutschland hatte ich immer Natur und das vermisse ich schon sehr.

Natürlich hat die Großstadt auch ihre Vorteile. Es fährt immer ein Bus/eine Metro, man kann alles kaufen und man kann auch mal ausgehen und kommt trotzdem nachhause, ohne dass die Eltern einen abholen müssen. In meinem Dorf geht das nicht. Ich fahre lange zur Schule und es fährt im Durchschnitt alle 2 Stunden ein Bus in diese Stadt und wenn ich ausgehen will, muss ich entweder mit dem letzten Bus um 21 Uhr nachhause, bei Freunden schlafen oder meine Eltern müssen mich abholen. Doch ich habe mich gut an die Großstadt gewöhnt und fühle mich wohl. In die Natur komme ich alle paar Wochen wenn wir zur Großmutter nach Balatonfüred fahren. Sie wohnt ziemlich außerhalb, hat ein kleines Häuschen und man kann viel spazieren gehen. Das ist echt toll. Im Moment bin ich auch hier und ich genieße es total. Keine Autos die am Haus vorbei fahren und die schöne Natur direkt vor der Haustüre. Sie hat auch zwei Hunde, Zak und Myra und wir gehen jeden Tag ein paar Stunden spazieren.

Außerdem möchte ich euch etwas über meinen „Wochenablauf“ erzählen, da mein Tagesablauf jede Woche an jedem Tag fast gleich ist. Ich stehe jeden Tag zwischen 6 Uhr und 6:20 Uhr auf, wasche mich und frühstücke, dann fahre ich ca. 40 Minuten mit dem Bus und der Metro zur Schule. Ich habe jeden Tag sechs Stunden Schule, von 8 Uhr bis 13.30 Uhr und esse auch jeden Tag in der Schulkantine. Montags gehe ich nach der Schule zur ungarisch Stunde (meine Pflichtstunde) und bin normal um 18:30 Uhr zuhause. Dienstags habe ich nach der Schule eine Stunde Volleyball und warte dann auf meine Mutter und große Schwester, da wir von 17-18 Uhr Karate haben. Wir sind dann ca. 18:30 Uhr zuhause. Mittwochs gehe ich nach der Schule auch zur ungarisch Stunde, da ich eigentlich sonst nichts zu tun habe. Meine Eltern arbeiten bis Abends und meine Schwestern haben lange Schule. Mittwochs bin ich dann um ca. 19:30 Uhr zuhause. Donnerstag gehe ich nach der Schule zwei Stunden nachhause und lerne meistens, danach fahre ich mit dem Bus zu Karate und bin dann auch um ca. 18:30 Uhr zuhause. Freitag gehe ich normalerweise nachhause und telefoniere dann mit meiner Familie. Abends gehe ich ab und zu aus oder schaue einen Film mit meiner Gastfamilie. Samstag ist Putztag. Mein Vater arbeitet und meine Mutter, meine Schwestern und ich putzen die Wohnung, abends schauen wir meistens zusammen X-Faktor. Sonntag ist immer unterschiedlich, lernen, lesen, relaxen oder was sonst so ansteht. Sonntagabend gehen meine Schwestern und ich meistens in die Kirche. Außerdem telefoniere ich zwei Mal die Woche abends mit meinem Freund in Deutschland.

Wie ihr seht bin ich immer unterwegs, trotzdem gibt es Tage an denen es mir wirklich langweilig ist und ich oft nicht weiß was ich machen soll. Doch es hält sich in Grenzen und ich finde dann immer etwas dass ich machen kann.

Am 22. Oktober (Freitag) hatten wir Zeremonien, da am 23. Oktober die Revolution 1956 war. An solchen Tagen ziehen wir schicke Kleidung (weiße Bluse, schwarze Hose) an und haben meistens Zeremonien in der Schule. Das ist irgendwie immer toll auch wenn es für mich ziemlich langweilig ist, da ich nicht alles verstehe.Zeremonie

Mit der Sprache wird es auch immer besser, ich verstehe schon sehr viel, natürlich auch dem Zusammenhang, und sprechen wird so langsam. Ich versuche immer mehr zu sprechen, doch es ist sehr schwer. Ihr müsst wissen ungarisch ist die zweit schwerste Weltsprache. Doch wenn ich mich anstrenge kann ich es bis Weihnachten schaffen. 😉

Ich denke das war jetzt so ziemlich alles vom letzten Monat. Ich hoffe es hat euch gefallen von mir zu lesen. Ich werde jetzt die restliche Woche in Balatonfüred genießen, denn dann geht die Schule wieder los.


Liebe Grüße aus Balatonfüred

und bis bald

Madeleine

PS: Bilder kommen sobald ich wieder in Budapest bin. 🙂


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