Schon zwei Wochen in Deutschland….

Unsere neue Gasttochter Doris aus Costa Rica ist gerade zwei Wochen in Deutschland, und es kommt uns so vor, als ob sie viel länger bei uns ist. Ich glaube, wir haben schon lange nicht mehr so viel erzählt und gelacht wie in diesen zwei Wochen! In den ersten Tagen haben wir in den Unterhaltungen mit ihr unsere Englisch-Kenntnisse aufgefrischt, und dann stellte sich heraus, dass Doris in Costa Rica schon eine ganze Menge Deutsch gelernt hat und jedes neue Wort und jeden Ausdruck ganz schnell abspeichert. Überall im Haus pappen jetzt kleine Klebezettel mit deutschen Begriffen an den Wänden und ich ertappe mich häufig dabei, dass ich einfach auf Deutsch losrede und dann erst darüber nachdenke, ob Doris mich überhaupt verstehen kann. Erstaunlicherweise kriegt sie das meiste von unseren Gesprächen schon mit und ich wette, dass es keine drei Monate dauert, bis sie sich mühelos verständigen kann!

Letzte Woche hatten wir unser erstes Komiteetreffen mit allen neuen Austauschschülern. Es ist rührend, die vielen neuen Gesichter zu beobachten, die voller Enthusiasmus ihr vermutlich spannendstes Jahr ihres Lebens beginnen und hoch motiviert sind. Alle plapperten in Englisch, Deutsch und Spanisch durcheinander und überall bildeten sich kleine Grüppchen um die Neuankömmlinge. Die Gasteltern saßen mindestens ebenso aufgeregt dazwischen und tauschten sich über ihre neuen Gastkinder aus. In den nächsten Wochen stehen schon viele Termine für die Austauschschüler an und wer gedacht hat, es könne vielleicht langweilig werden, wird schnell eines Besseren belehrt. Ein wichtiger Baustein des Auslandsaufenthaltes mit AFS ist das „Late Orientation Camp“, in dem sich alle Gastschüler auf regionaler Ebene treffen und Gelegenheit haben, sich untereinander kennen zu lernen und ihre offen gebliebenen Fragen zu klären. Spaß und Unterhaltung kommen an so einem Wochenende natürlich auch nicht zu kurz. Doris freut sich schon auf ihr Camp und wird sicher viele Jugendliche aus aller Welt treffen. Zusätzlich wird auch noch ein Workshop für die Gastfamilien und ein gemeinsames Mittagessen angeboten.

Durch die vielen Komitees in unserer Region werden auch immer wieder kleinere Ausflüge und Touren angeboten. Wer also selbst nicht so viel mit seinem Gastkind unternehmen kann, braucht überhaupt kein schlechtes Gewissen zu haben. In den ersten Wochen geht es aber erst mal darum, den Weg zur Schule, zum Sportverein und für die gelegentlichen  Besorgungen und Einkäufe zu üben. Der Ausflug in die nächste größere Stadt oder zu den Gastgroßeltern wird schon zu einem besonderen Ereignis. Da Doris viel mit dem Fahrrad unterwegs ist, haben wir mit Matchboxautos auf dem Wohnzimmertisch die wichtigsten Verkehrsregeln nachgestellt. Wissen die Leute in Costa Rica, was „rechts vor links“ bedeutet? Und wie benutzt man einen Kreisverkehr?

Doris hat sich inzwischen auch mit der „seltsamen deutschen Angewohnheit“ angefreundet, Brot in allen Variationen zu essen. Sie informierte sich ausführlich über die Bedienung unserer Waschmaschine, und dann kam ich eines Tages nach Hause und die Wäsche flatterte schon auf der Leine! Sie ist immer unglaublich freundlich und sehr hilfsbereit, von Heimweh bisher überhaupt keine Spur. Ich hoffe sehr, dass sie sich weiterhin so wohl bei uns in Deutschland fühlt!


Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

You may use these HTML tags and attributes:

<a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>