Xinnian kuaile – Frohes neues Jahr!

Guonian hao! – Frohes neues Jahr!

LaternenDas Jahr des Tigers hat begonnen! Und zwar mit den großen, fast 3 Wochen langen Ferien, einem unerträglich lauten Feuerwerk und ganz vielen Teigtaschen.

Schon seit Anfang Februar wurden an fast jeder Straßenecke kleine Holzhütten aufgebaut, in denen Feuerwerk verkauft wurde, und damit fing das Feuerwerk dann auch schon an – zwei Wochen vor dem Neujahrsfest, von morgens um 6 bis in die Nacht, und es wurde jeden Tag mehr. Ab Mitternacht des neuen Jahres war es dann so laut, dass man selbst in der Wohnung sein eigenes Wort nicht mehr verstehen konnte!

Das ganze Neujahrsfest dauert zwei Wochen, man isst sehr oft Jiaozi (Teigtaschen), und es gibt viele Festessen mit der ganzen Familie. Selbst dafür, dass es das größte Fest in China ist, war es sehr eindrucksvoll für mich.

Aber ich habe noch viel mehr erlebt seit meinem letzten Blogeintrag. Um Weihnachten herum ging es mir nicht so gut, ich musste am Heiligabend noch in die Schule, habe mich sehr allein gefühlt, bin auch noch krank geworden und Heimweh war natürlich auch dabei. Da war ich schon sehr traurig. Dafür freue ich mich aber jetzt umso mehr auf das nächste Weihnachten!

Wegen des chinesischen Neujahrsfestes haben wir auch Silvester gar nicht gefeiert. Meine chinesischen Verwandten wussten gar nicht, dass wir in Europa überhaupt das neue Jahr feiern.

Im Januar stand dann auch schon der AFS-Trip nach Yunnan vor der Tür. Es war sehr interessant und lustig, alle anderen AFSer wiederzusehen und Erfahrungen auszutauschen. Außerdem konnten wir die frühlingshafte Wärme im Süden genießen und die Natur und frische Luft genießen, die man in der verschmutzten Großstadt leider nicht zu Gesicht bekommt. Wir waren im Steinwald, in historischen Städten, auf einem Vulkan, und und und…

Zurück in Shijiazhuang war es dann soweit: Halbzeit! Ich wusste gar nicht, ob ich mich freuen oder traurig sein soll.. denn von nun an geht es ja schon wieder abwärts. Wenn ich mir vorstelle, dass ich alles hier zurücklassen muss, bekomme ich Angst. Doch auf der anderen Seite gibt es so viele Dinge, die ich vermisse, dass ich mich auch wieder unglaublich auf zu Hause freue.

Am Anfang der Ferien bin ich mit ein paar anderen Gastschülern aus meiner Stadt nach Harbin gefahren, die Hauptstadt der Provinz Heilongjiang, ganz weit im Norden – und ganz kalt, nämlich unter -20°C. Trotz guter Vorbereitung und viel, viel Kleidung hat mich die Kälte doch sehr geschockt. Man konnte sich kaum draußen aufhalten. Aber das berühmte Eisfestival mit seinen ganzen Palästen aus Eis war doch viel aufregender. Danach kam mir Shijiazhuang, das ungefähr so warm ist wie Deutschland, mit den zu dem Zeitpunkt ca. -5°C sehr warm vor.

Nun sind die Ferien vorbei und der Alltag hat wieder begonnen. Das heißt Schule von morgens bis abends, zwischendurch gehe ich oft ins Fitnessstudio und am Wochenende habe ich Geigenunterricht und bin mit meinem Freunden unterwegs. Viel mehr passiert hier eigentlich gar nicht, aber trotzdem ist das Leben alles andere als langweilig. Ich habe mich zwar mittlerweile an alles gewöhnt, die mir zuerst ungewohnten Denk- und Verhaltensweisen der Chinesen sind jetzt ganz normal für mich, aber trotzdem ist es immer noch interessant, in einer Kultur zu leben, die nicht die eigene ist.

Liebe Grüße aus Shijiazhuang,

Felicitas


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