Kroatien – nicht meine erste Wahl aber die Beste.

In Deutschland fragten mich alle immer, ob Kroatien meine 1te Wahl war.

Wieso Kroatien wusste ich selbst nicht. Ich hatte Kroatien nach einem Traum gewählt, obwohl ich nichts über dieses Land wusste und auch niemals dort war.

Wenn mich heute jemand fragt, wie ich Kroatien beschreiben würde, fällt mir als erstes die Gastfreundschaft ein. In keinem Land, indem ich jemals war, wurde ich sofort so herzlich aufgenommen. Da hatte sich auch die Frage, wie ich meine Gastfamilie beim ersten Treffen begrüßen sollte erübrigt. Alle nahmen mich sofort in den Arm.

Ich habe mich keinen Moment fremd in Kroatien gefühlt, im Gegenteil.
Heute bin ich 2 Monate in Zagreb.

Es gefällt mir gut. und ich habe eine super Gastfamilie. Meine Klassenkameraden sind alle so süß und freuen sich über jeden kleinen Satz, den ich auf Kroatisch sage.

Ich verstehe schon echt viel, leider ist die Sprache ein einziger Zungenbrecher und ähnlich wie Latein – also ziemlich schwer. Aber es wird langsam besser.

Ich habe in den 2 Monaten sehr viel gelernt.
Ich habe gelernt eigene Entscheidungen zu treffen, ohne dass mich meine Familie oder Freunde beeinflussen, gelernt Lösungen für Probleme zu finden.

Ich habe gelernt zu lieben und zu vermissen.

Ich habe gelernt, wohin ich gehöre.

Aber vor allem hab ich zu schätzen gelernt, was ich an meiner Familie, meinen Freunden und meinem Freund habe, dass es eben nicht selbstverständlich ist, dass sie da sind.

Kroatien ist ein wundervolles Land, mit tollen Leuten und trotzdem weiß ich nicht, ob ich es für einen Austausch weiterempfehlen werden, denn so toll die Menschen hier auch sind, sie haben einfach verdammt wenig Zeit. Und am Wochenende müssen sie auch um 12 Uhr zu Hause sein.

In der Schule ist hier auch einiges anders. Es gibt Schichtunterricht, d.h. eine Woche habe ich von 8-14 Uhr Schule, die andere von 14-20 Uhr. Also muss jede Woche auch anders geplant werden. Außerdem gibt es hier wenig Gruppenarbeit, die eigene Meinung zählt hier einfach mal gar nicht und trotzdem ist das Wissen enorm, was ihnen hier beigebracht wird.
Zudem muss man hier immer pünktlich kommen, ansonsten musst du für die Stunde gar nicht erst erscheinen und schwänzen ist hier sowieso fehl am Platz, weil sofort bei deinen Eltern angerufen wird.
In den Pausen treffen sich alle zusammen in der Eingangshalle, singen kroatische Lieder, oder es wird Musik gespielt.
Was noch ein Unterschied ist, ist dass man die Toiletten nicht abschließen kann. Und endlich gibt es einen Grund, weswegen Frauen zu zweit auf Klo gehen müssen 😉

Man muss wirklich hier viele Hobbys haben, damit einem nicht langweilig wird. Oder eben viel lernen 🙂

Und trotzdem kann ich sagen: „Kroatien war nicht meine erste Wahl – aber die Beste für mich, denn hier kann ich am meisten für mich selbst lernen!“


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