Theresia

Malindi – so schlimm ist es doch gar nicht

22.08.2010 von Theresia

Vermutlich habe ich an irgendeiner Stelle schonmal erwaehnt, dass die Vorbereitungsseninare eine tolle Sache sind und dass auch das Orientationcamp mit Sprachunterricht und Landeskunde plus Austausch zwischen Kenianern und Deutschen meinen Zuspruch findet, aber nun beginnt der dritte Tag in Malindi und ich finde es gar nicht so schlimm.Immerhin wurden wir mit scheinbar allem konfrontiert, was man sich nur vorstellen kann, angefangen von extrem strengen Gasteltern, das Teilenmüssen des eigenen Bettes mit Gastgeschwistern, jeden Tag dreimal Ugali (ähnlich wie Polenta), über Gewalt in der Familie bis hin zu einem Projekt, dass uns nicht braucht. Der Sinn dahinter ist eindeutig und auch gut, aber umso erleichterter bin ich nun.
Meine Gastfamillie wohnt mitten in Malindi in einem Mehrfamilienhaus, allerdings nur die Mutter mit ihren sechs Kindern, da der Vater nur abends vorbeischaut. Ist es schlimm zu erwähnen, dass er noch Erst- und Drittfrau, sowie 16 Kinder hat und mir, nicht zuletzt deswegen, ziemlich unsympathisch ist? Den Islam halte ich für nicht besser oder schlechter als das Christen- oder Judentum, aber ein, zwei Aspekte wollen mir nicht in den Kopf. Auch wenn ich weiss, dass Mann nur mehrmals heiraten darf, wenn man wirtschaftlich und sozial dazu in der Lage ist, allen ein gleichwertiges und gutes Leben zu ermöglichen.
Halima, meine Gastmutter ist sehr nett und auch die Kinder, zwischen 7 und 16. Mit den beiden ältesten Mädels teile ich ein Zimmer, aber ich hätte auch in einem eigenen Raum nicht mehr Ruhe, da Privatsphäre in Kenia nicht gebraucht wird und man irgendwie nie alleine ist. Ansonsten ist die Wohnung sonst auch gut, mit Balkon und Dusche, daneben allerdings die Latrine, woran ich mich aber schnell gewöhnt haben werde. Wirkliche Probleme machen mir nur das Hausmaedchen und das Essen. Mit dem Hausmaedchen wird zwar nicht böse umgegangen, aber man redet nur in Anweisungen mit ihr und sonst ist sie Luft. Ich weiß nichtmal ihren Namen, da sie mir nicht vorgestellt wurde. Und das Essen… Man kocht in Kenia, aber vor allem in meiner Familie mit viel Butter und Öl und isst zum Frühstück eher Rührei als Obst. Wer mich kennt, weiss, dass mein Magen das nicht gut findet, sodass ich seit Tagen Krämpfe habe, obwohl ich es meide wo es nur geht. Dass ich kein Fleisch, Fisch und sonstiges esse wird aber ganz gut aufgenommen, nur muss ich mich beständig erklären, warum ich nicht mehr esse.
Wie gesagt – schlimm ist es nicht.

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