Theresia

9 Tage

1.08.2010 von Theresia

Tja, nun ist es also soweit: Der “magische” Tag ist da, der emotionalste des ganzens Wartens auf die Ausreise – der 1. August.

Im Grunde genommen nicht besser oder schlechter als die letzten Tage, aber eben August. Der Monat der Ausreise. Das klingt so viel näher als Juli. Das klingt real. Es ist real und für mich wird es das auch seit heute Morgen.

Gestern kam extra nochmal meine Schwester zu mir und als ich sie heute zum Bahnhof brachte und verabschiedete markierte dies “Den Anfang vom Ende”. Der erste Abschied. Das erste Mal hören bekommen “Mach’s gut, pass auf dich auf, viel Spaß und komm bitte gesund wieder.”

Ein komisches Gefühl, meine eigene Entscheidung zwingt mich zu Tränen. Aber nicht einmal Tränen die ich einordnen kann – die Entscheidung ein Jahr nach Kenia zu gehen traf ich selbst, allein und unabhängig von allen anderen. Und nun das!? Vielleicht tut der Sonntag, die althergebrachte sonntägliche Melancholie ihr übriges?

Jedenfalls steht nicht mehr allzu viel an. Die Bachelorarbeit habe ich am Mittwoch abgegeben, die Einkäufe sind erledigt und der Zahnarztbesuch ist der letzte fixe Termin.

Am Freitag wird es eine kleine Grillparty geben, die sicherlich fantastisch wird, aber danach wird mir mein Herz in die Schuhe rutschen und ich werde mich ärgern, dass ich doch traurig bin. Nicht so richtig traurig, nur ein bisschen.

Ein Jahr kommt mir heute so verdammt lang vor und ja ich bin nervös. Ja, ich habe ein bisschen Angst. Schaffe ich das? Schaffen wir das? Bei allen anderen, die ich kennengelernt habe, bin ich mir sicher, aber bei mir?

Ist das normal? 365 Tage gegen 9 – noch Fragen?

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